Eindrucksvolles Miteinander
Trotz des schlechten Wetters ließ sich die Stadt Kirchberg die Feierlaune nicht nehmen. Auch in diesem Jahr durften sich die Gäste auf ein abwechslungsreiches Programm am Stadtfeiertag freuen.
Feierliche Eröffnung
Gleich zu Beginn stimmen die Jagdhornbläser Mittelmühle das
Publikum feierlich auf den Stadtfeiertag ein. Trotz des regnerischen Wetters
versammeln sich zahlreiche Besucher in der Poststraße, um gemeinsam zu feiern.
„Die Rinder stehen bereits an ihrem Platz, die Stände sind aufgebaut“, eröffnet
Bürgermeister Axel Rudolph seine Ansprache. Auch wenn der Mittelaltermarkt in
diesem Jahr aus Kostengründen nicht stattfinden könne, habe die Gemeinde die
Gelegenheit genutzt, neue Konzepte zu entwickeln. Besonders freut sich Rudolph
über das Engagement der örtlichen Vereine, Gewerbetreibenden und engagierten
Bürger. „Dieses Miteinander zeigt eindrucksvoll, was vor Ort möglich ist, wenn
viele Hände und Herzen zusammenwirken.“ Der Stadtfeiertag sei ein Fest der
Begegnung, der Tradition und des gemeinsamen Engagements. Erstmals findet die
Veranstaltung in der Poststraße statt. Organisiert wurde das Fest in
Kooperation zwischen der Stadt und der Klasse 9a der Schloss-Schule.
Die Jagdhornbläser Mittelmühle eröffnen den Stadtfeiertag
feierlich und sorgen von Beginn an für eine harmonische Stimmung.
Bürgermeister Axel Rudolph eröffnet auch in diesem Jahr mit
Freude den Stadtfeiertag. Besonders dankbar zeigt er sich gegenüber den
Ehrenamtlichen, Vereinen, Gewerbetreibenden und allen Bürgerinnen und Bürgern,
die das Fest mit ihrem Engagement bereichern.
Kulinarische Leckereien
Trotz anhaltenden Regens lassen sich die Kirchberger sowie
zahlreiche Gäste nicht davon abhalten, den Weg in die Poststraße zu finden. Auf
dem abwechslungsreichen Programm steht unter anderem die Rinderprämierung des
Rinderzuchtvereins Schwäbisch Hall. Die Landfrauen Kirchberg–Lendsiedel laden
zum beliebten Kuttelessen ein, während der NABU bereits zum 38. Mal seine
Mostprämierung veranstaltet. Für viele strahlende Gesichter sorgt unter anderem
die Vorführung des Kindergartens Gaggstatt. Die Vielfalt der Stände spiegelt
das große Engagement wider: Von der Dorfkäserei Geifertshofen mit ihrem
Käsespätzle-Angebot über den Waffelstand der Schloss-Schule bis hin zu
Feuerwehr, TSG, den Landfrauen und dem NABU mit seinem wärmenden Glühmost. Mit
dabei ist Ralf Erhardt aus Kirchberg. An seinem Stand „Die Maroni“ bietet er
heiße Maroni, Kastanien und Kastanienbier an. „Ich fahre einmal im Jahr im
Frühsommer nach Frankreich und hole das Kastanienbier in kleinen Brauereien.“
Mit seinem Stand entführt Ralf Erhardt die Besucherinnen und
Besucher in die Welt von aromatischem Kastanienbier und frisch gerösteten,
heißen Maroni.
Engagierter Nachwuchs
Im Rahmen des Stadtfeiertags richtet der Rinderzuchtverein
Schwäbisch Hall die traditionelle Rinderprämierung aus. „Insgesamt haben wir
rund 50 Rinder und 25 Kälber hier“, berichtet der Vereinsvorsitzende Thomas
Klenk. Sechs landwirtschaftliche Betriebe präsentieren ihr Vieh und geben damit
einen Einblick in ihre tägliche Arbeit. Als Preisrichter fungiert Thomas
Schmidt, der bereits zahlreiche Viehversteigerungen begleitet hat. „Ich bin
heute das erste Mal hier – es ist ein tolles Ambiente“, erklärt er. Die
Prämierung selbst habe ihren Ursprung in den früheren Viehmärkten und führe
diese Tradition in zeitgemäßer Form fort. Nach der Bewertung der Rinder gehört
die Bühne den Jüngsten: Mit sichtbarem Stolz präsentieren die Kinder ihre
Kälber. „Sie üben schon sehr lange mit den Tieren“, betont Klenk. Während der
Vorführung werden die jungen Teilnehmer zudem zu ihrem Hof und zur
Landwirtschaft befragt – eine Aufgabe, die sie mit viel Engagement meistern.
Mit insgesamt 50 Rindern und 25 Kälbern wurde die
Rinderprämierung eindrucksvoll ausgetragen. Im Anschluss durften auch die
Jüngsten ihr Können zeigen und präsentierten stolz ihre Kälber dem Publikum.
Interessanter Sport
Im Hofgarten geht es sportlich zu: Dort findet das
traditionelle Jagdbogenturnier statt – organisiert vom Schützenverein
Eckartshausen 1930. „Die Schützen kommen aus Deutschland, Österreich und der
Schweiz“, erklärt der Vereinsvorsitzende Eberhard Munz. In diesem Jahr wird das
Turnier bereits zum siebten Mal im Rahmen des Stadtfeiertags ausgetragen.
Wetterbedingt nehmen diesmal rund 160 Bogenschützen teil – in den vergangenen
Jahren waren es bis zu 220 pro Tag. Mit insgesamt 32 Zielen machen sich die Teilnehmenden
in Gruppen auf den Weg durch Kirchberg. Geschossen wird auf Gummitiere, die an
den Posten aufgebaut sind – teils entlang der Jagst. Manche Schüsse führen
sogar über den Fluss hinweg. „Je schwieriger, desto interessanter“, sagt Munz.
Im vergangenen Jahr habe das Turnier sogar für Aufsehen gesorgt: Anwohner
verständigten die Polizei, weil sie ein vermeintliches Krokodil an der Jagst
entdeckt hatten – tatsächlich handelte es sich um eine der Tierattrappen.
Im Hofgarten stellt unter anderem Reinhard Januszok beim
Jagdbogenschießen treffsicher sein Können unter Beweis.
Kreative Zeitreise
In den Räumen der SENGENO begaben sich die Besucher auf eine
Zeitreise: Eine Bilderausstellung zeigte historische Aufnahmen der Poststraße
und erinnerte daran, wie lebendig das Gewerbe dort einst war. In nahezu jedem
Haus hatten sich früher Handwerker, Kaufleute oder andere Gewerbetreibende
angesiedelt. „Die Idee zur Ausstellung ist spontan entstanden“, berichtet
Helmut Klingler vom Gewerbe- und Fremdenverkehrsverein Kirchberg. Der
Hobbyfotograf engagiert sich im Arbeitskreis Stadtgeschichte und war bereits an
zahlreichen Ausstellungen beteiligt. „Als die Stadt den Stadtfeiertag in die
Poststraße verlegt hat, haben wir überlegt, wie wir uns einbringen können.“ So
entstand die Idee, das frühere Gewerbeleben in einer Bilderschau sichtbar zu
machen. Als Grundlage diente das Buch „100 Jahre Kirchberger Gewerbe“ von Ralf
Holzinger und Werner Schüpf. „Die Gespräche sind das Wichtigste – der
Wiedererkennungswert macht es aus.“ Nebenan öffnete das ALLERLEI seine Türen.
Die von Helmut Klingler organisierte Bilderschau erwies sich
als voller Erfolg. Zahlreiche Gäste ließen sich auf eine eindrucksvolle
Zeitreise durch die Geschichte des örtlichen Gewerbes mitnehmen.
Jazzige Klangwelten
Für die musikalische Unterhaltung sorgt die Kirchberger
Jazzband „ComboWabohu“ – und trifft damit genau den richtigen Ton. Mit Robert
Druschel als Sänger und zuständig für die Beschallung, Erhard Pfündel am
Keyboard, Michael Druschel am Cello, Johannes Lindner am Schlagzeug, Rainer
Daubek am Saxophon und Hannsjörg Scharr an der Trompete verwandeln sie die
Poststraße in eine stimmungsvolle Open-Air-Bühne. Mit Klassikern wie „As Time
Goes By“, „Song for My Father“, „Mercy, Mercy“, „Summertime“ oder „Yesterday“
spannt die Band einen musikalischen Bogen von zeitlosen Jazzstandards bis hin
zu gefühlvollen Interpretationen bekannter Melodien. Mal ruhig und getragen,
mal schwungvoll und mitreißend – das abwechslungsreiche Repertoire sorgt für
eine besondere Atmosphäre mitten im Stadtgeschehen. Selbst der Regen kann der
guten Stimmung nichts anhaben. Unter Regenschirmen und Pavillons verweilen die
Besucher, genießen die Musik und lassen sich vom warmen Klang einhüllen.
Die Kirchberger Jazzband „ComboWabohu“ tauchte die
Poststraße in beschwingte Jazzklänge. An der Trompete begeisterte Hannsjörg
Scharr.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen