„Unsere Stadt lebt durch Sie“

Die Stadt Kirchberg lud zum Bürgerempfang in die Stadthalle ein. Bürgermeister Axel Rudolph blickte bewegt auf das vergangene Jahr zurück und wagte zugleich einen Ausblick auf kommende Aufgaben und Projekte.

Bürgerempfang 2026 der Stadt Kirchberg

Die Stadthalle füllt sich. Gespannt verfolgen die Besucherinnen und Besucher die Ausführungen von Bürgermeister Axel Rudolph und das vielseitige Programm des Abends.

„Es sind bewegte Zeiten, weil vieles gleichzeitig unsere Aufmerksamkeit fordert“, eröffnet Bürgermeister Axel Rudolph seine Rede beim Bürgerempfang in der Stadthalle Kirchberg. Politische Entwicklungen, Fragen nach Wohlstand und Sicherheit rücken zunehmend in den Mittelpunkt. Doch entmutigen lassen wolle man sich davon in Kirchberg nicht. Der Bürgerempfang sei vielmehr Gelegenheit, zurückzublicken – und zugleich mit Zuversicht nach vorne zu schauen. „Wir müssen klare Prioritäten bei unseren Investitionen setzen.“ Die Kommunen stünden unter massivem Druck – auch Kirchberg. Dennoch führt er mit Optimismus und einer guten Portion Humor durch den Abend. Drei Begriffe seien ihm besonders wichtig: Zuversicht, Verlässlichkeit und Vertrauen. Zuversicht sei der Moment, in dem Mut entstehe – daraus wachse Vertrauen. Vertrauen darauf, Probleme zu erkennen und zu bewältigen. „Das heißt für mich: dranbleiben und nicht nachgeben.“ Verlässlichkeit heiße, Zusagen einzuhalten. „Was wir versprechen, setzen wir um – das ist ein Fundament unseres demokratischen Miteinanders.“ Viele Aufgaben würden den Kommunen übertragen, oft ohne ausreichende Mittel. 

„Wenn wir die Realität nicht ändern können, müssen wir uns anpassen – aber wir dürfen nicht stehen bleiben.“ 

Axel Rudolph, Bürgermeister von Kirchberg

Dabei sei Kirchberg besonders durch seine engagierten Bürger stark. „Unsere Stadt lebt von Menschen, die sich einbringen und Verantwortung übernehmen.“

Bürgerempfang 2026 der Stadt Kirchberg

Emotional und mit feinem Humor führt Bürgermeister Axel Rudolph durch den Abend.

Humor und Emotionen

Trotz rechtlicher Auflagen hinsichtlich des Lärms, zeigt sich Rudolph froh, den Bürgerempfang in der Stadthalle ausrichten zu können. „Ich darf Sie deshalb schon jetzt bitten, die Halle um 21.30 Uhr geschlossen zu verlassen – Jacke nehmen und heimgehen“, sagt er mit einem Lachen. Nach einer kurzen Pause, setzt er mit seinem Humor nach: „Andernfalls drohen mir bis zu sechs Monate Ordnungshaft oder 250.000 Euro Strafe.“

Emotional wird Rudolph beim Rückblick auf das Stadtjubiläum. „Es war mir eine Ehre, selbst Getränke auszuschenken.“ Weitere Höhepunkte des vergangenen Jahres waren der Mittelaltermarkt, die Gewerbeschau „Tag der offenen Stadt“ sowie der Weihnachtsmarkt.

Auch zahlreiche Bau- und Infrastrukturprojekte wurden umgesetzt oder angestoßen: die Sanierung der August-Ludwig-Schlözer-Schule, neue Räume für die Grundschule, der Anbau des Dorfgemeinschaftshauses in Gaggstatt mit Spielplatz und Barrierefreiheit, die Erweiterung der Kita in Lendsiedel für 3,65 Millionen Euro sowie die Erschließung eines Neubaugebiets in Gaggstatt und die Erweiterung des interkommunalen Gewerbegebiets mit Ilshofen.

Auch bei der Feuerwehr hat sich einiges getan: Die 66 aktiven Kameraden konnten einen neuen Mannschaftstransportwagen in Dienst stellen. Gleichzeitig steht mit der Anschaffung eines 11/20-Löschfahrzeugs eine größere Investition an – rund 500.000 Euro, verteilt auf drei Jahre, werden den Haushalt künftig belasten.

Rückblick und Ehrungen

Ein voller Erfolg sei zudem das Bücherfestival gewesen: 36 Autoren unterschiedlichster Genres, dazu ein gut besuchter Bücherflohmarkt – „und es findet auch dieses Jahr wieder statt“, kündigt Rudolph erfreut an. Ebenso beliebt: das Hofgartenfest in der „schönen Feuerwehr-Umgebung“, das längst seinen festen Platz im Veranstaltungskalender hat.

Finanziell herausfordernd bleibe der Neubau eines Regenüberlaufbeckens für 2,4 Millionen Euro. Auch die Kläranlage, weist erheblichen Sanierungsbedarf auf. Hier werde deutlich, wie wichtig eine funktionierende Infrastruktur für die Zukunftsfähigkeit der Stadt sei. „Im Februar hatten wir den Spatenstich für den Neubau unseres Pflegeheims, das Haus im Lindenquartier – im Zusammenhang mit dem Abriss des dortigen Edeka-Marktes.“

Darüber hinaus ist in der Haller Straße eine Querungshilfe sowie ein kombinierter Fuß- und Radweg geplant. Im anschließenden Gespräch auf der Bühne blicken Ortschafts- und Gemeinderäte gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeitenden auf besondere Momente zurück und wagen einen Ausblick. Genannt werden unter anderem die Einschulung trotz geschlossener Stadthalle, der Kindergarten in Lendsiedel oder die neue Homepage der Stadt. Künftige Schwerpunkte liegen bei Schule, Kläranlage, kommunaler Wärmeplanung und Stadtentwicklung.

Bürgerempfang 2026 der Stadt Kirchberg

In einem persönlichen Rückblick äußern sich Gemeinde- und Ortschaftsräte zu vergangenen Entwicklungen und künftigen Projekten der Stadt Kirchberg. Von links nach rechts: Bürgermeister Axel Rudolph, Gemeinderäte Philipp Lienert und Florian Stickel, Ortschaftsräte Peter Krauß, Philipp Stahl und Matthias Gleichmann. Sowie die Verwaltungsmitarbeiterinnen Claudia Linke vom Bauamt, Lätizia Lauton von der Kämmerei und Simone Muley nehmen am offenen Gespräch vor den Bürgern teil.

Ein besonders würdevoller Moment des Abends sind die Blutspenderehrungen. Insgesamt acht Bürger werden für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet. „Sie nehmen sich immer wieder die Zeit, sich auf die Liege zu legen – in dem Wissen, dass ihr Blut dringend gebraucht wird. Jede einzelne Spende ist ein ganz persönlicher Einsatz“, betont Bürgermeister Rudolph. Für zehn Blutspenden ehrt er Harald Blumenstock und Tim Hägele. Klaus Gagstatter, Andreas Pfeiffer und Dorothee Rock werden für 25 Spenden ausgezeichnet. Bereits 50-mal Blut gespendet haben Ilse Bauer, Heike Junker und Marina Kraft.

Bürgerempfang 2026 der Stadt Kirchberg

Feierlich ehrt Bürgermeister Rudolph (rechts) die Blutspender seiner Gemeinde. An diesem Abend anwesend sind Dorothee Rock, Harald Blumenstock (Mitte) sowie Klaus Gagstatter.

Bruno Fischer von der NABU verleiht den Artenschutzpreis an Ursula Steiger-Klein und Eberhardt Klein. 

Bürgerempfang 2026 der Stadt Kirchberg

Den Artenschutzpreis überreicht Bruno Fischer von der NABU (links) an Ursula Steiger-Klein und Eberhardt Klein.

Martha Blumenstock von der Bürgerstiftung Kirchberg blickt erwartungsvoll auf die Verleihung zweier Förderpreise. „Ehrenamt ist unbezahlbar – und deshalb braucht es Unterstützung“, betont sie. So überreicht sie eine Spende an Jule Jäger vom Verein Quellhof Mistlau für die Anschaffung einer Tischtennisplatte. Der zweite Preis geht an den TSG Kirchberg.

Bürgerempfang 2026 der Stadt Kirchberg

Strahlende Gesichter zeigen sich bei der TSG und dem Verein Quellhof Mistlau, vertreten durch Jule Jäger (Mitte). Martha Blumenstock (rechts) überreicht feierlich die Preise.

Tolles Programm

Das Rahmenprogramm ist vielfältig: Johannes Haßbecker begeistert mit seinem Flötenspiel. Der Chorwurm Lendsiedel sorgt mit Klassikern wie „Rote Lippen soll man küssen“ und „Stand By Me“ für musikalische Stimmung. Die Tanzsportabteilung des TSG unter Leitung von Kim Kröper beeindruckt mit einer Showeinlage.

Bürgerempfang 2026 der Stadt Kirchberg

Gleich zu Beginn sorgt der Chorwurm Lendsiedel unter der Leitung von Rebekka Bück für einen stimmungsvollen Auftrakt.

Bürgerempfang 2026 der Stadt Kirchberg

Für Schwung und Lebendigkeit sorgt die TSG unter der Leitung von Kim Kröper mit einer beeindruckenden Showeinlage.

Zum Abschluss lädt Rudolph die Gäste ein, Ideen und Anregungen für die Stadt auf bereitgestellten Tafeln zu notieren. Für das Buffet sorgen die Landfrauen Kirchberg – Lendsiedel und Beimbach – Gaggstatt sowie der Verein Alte Schule Lendsiedel. Rudolph dankt auch seiner Sekretärin Renate Philipp. „Ich finde, Sie machen bei unseren Veranstaltungen immer einen super tollen Job.“ Ein Abend, der zeigt: Trotz Herausforderungen blickt Kirchberg mit Zusammenhalt, Tatkraft und Zuversicht in die Zukunft.





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