Mit Herz und Humor fürs Freibad

Die Bädles- Bühne Hengstfeld sorgt bei der Premiere ihres Stücks „Gib dem Affen Zucker“ für eine voll besetzte Halle und beste Stimmung. Mit Humor und Spielfreude begeistert die Gruppe ihre Zuschauer.

Bädles-Bühne Freibad Hengstfeld

Mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik ziehen die Darsteller das Publikum in jede Szene hinein. Im Bild: Silke Kochendörfer mit Leon Held (links) sowie Marc Wurzinger und Elke Dürr.

Die Turnhalle in Hengstfeld ist kaum wiederzuerkennen. Wo sonst Vereinsleben stattfindet, entsteht eine liebevoll, ländliche Kulisse. Für die Dekoration sorgen Silke Kochendörfer, Tine Ruiner, Ute Vogel, Nici Gsell und Dominique Borchert. Mit der Komödie „Gib dem Affen Zucker“ von Hans Schwarzl nimmt die Bädles- Bühne ihr Publikum mit auf eine besondere Reise. Premiere war am 13. März, insgesamt gibt es fünf Aufführungen. Veranstalter ist das Familienfreibad Hengstfeld mit vielen ehrenamtlichen Helfern.

„An so einem Abend sind rund 40 Leute im Einsatz“, sagt Regisseur Uli Gsell aus Hengstfeld. Die Bädles- Bühne selbst wurde 2013 gegründet. Besonders wichtig ist dem 51-Jährigen das Miteinander. „Jeder darf und soll seine Ideen einbringen.“ Die Bädles- Bühne versteht sich daher als gemeinschaftliche Theatergruppe, in der Kreativität und Engagement zusammenkommen.

Bädles-Bühne Freibad Hengstfeld

Für die Darsteller ist Theater Leidenschaft und Engagement für einen guten Zweck. Mit viel Humor und Spielfreude begeistern sie ihr Publikum. Von links: Uli Gsell, Susanne Hermann, Jonah Kleinert, Silke Kochendörfer, Marc Wurzinger, Dieter Kreft, Michaela Kernwein, Elke Dürr, Leon Held, Simone Zobel, Jörg Rossell und Sina Held.

Fünf Monate proben die Darsteller einmal pro Woche. Zunächst sucht eine kleine Gruppe Stücke aus und stellt diese dem Team vor. Beim gemeinsamen Einlesen zeigt sich schnell, welches Stück am besten ankommt – oft wird die Rollenverteilung gleich festgelegt. „Der wahre Lohn ist es das Publikum zum Lachen zu bringen und die vielen positive Rückmeldungen.“ Viele Ideen für den Bühnenbau und die Dekoration entstehen während der Proben. „Da kommen die besten Einfälle“, sagt Silke Kochendörfer.

Das Bühnenbild übernahmen federführend Michael Schewen, Markus Kleinert, Ramona Druckenmüller und die Schauspieler selbst. Ein Saukopf ziert passend zum „Gasthaus Zur wilden Sau“ die Kulisse.

Wie immer ausverkauft

Alle fünf Vorstellungen sind ausverkauft – rund 1.300 Besucher werden erwartet, 270 pro Aufführung. Für die Bewirtung sorgen Harald Kochendörfer und sein Team, unterstützt vom Freibad Hengstfeld und der SpVgg Hengstfeld. Das Catering übernimmt die Firma Feuchter.

Zum Organisationsteam gehören Uli Gsell, Silke und Harald Kochendörfer, Tine Ruiner – zugleich Souffleuse – sowie Jochen Gsell. Für die Technik sorgen Nico Hoss, Alexander Dörr und Daniel Tripps. Requisiten stammen von der Adlerbrauerei Carl Schmetzer sowie Gele und Micha Böhm. In der Maske bereiten Nici Gsell, Sina Held und Nele Kleinert die Darsteller auf ihre Auftritte vor. „Vor zwei Jahren hatte ich spontan eine Gastrolle als Krankenschwester“, erklärt Sina Held. Damals hatte sich Schauspielkollege Jonah Kleinert den Fuß verletzt und brauchte auf der Bühne Hilfe mit den Requisiten. An diesem Abend ist Held sowohl im Maskenteam als auch als Bardame Lola auf der Bühne. Sie kam eher zufällig zur Theatergruppe. „Wir brauchten jüngere Leute – nach einem Schnäpsle hat sie Ja gesagt“, erzählt Silke Kochendörfer, die zu den Mitgründern gehört. „Damals gab es in der Gemeinde kein Theater, also haben Uli und ich eines gegründet.“ Jonah Kleinert spielt das dritte Jahr mit. „Ich wurde gefragt und hab zugesagt.“

Heute ist die Gruppe eng zusammengewachsen. „Das Team passt einfach“, sagt Kochendörfer. „Wir spielen für den Erhalt des Freibads – und es macht einfach saumäßig Spaß.“

Während im Saal bereits geschäftiges Stimmengewirr herrscht, führen Kinder mit Zylindern die Gäste zu ihren Plätzen und sorgen für einen stimmungsvollen Auftakt.


Bädles-Bühne Freibad Hengstfeld

Die Turn- und Festhalle ist bis auf den letzten Platz besetzt. Das Publikum genießt die Vorstellung und lässt sich begeistert von der Komödie mitreißen.

Bühne frei

Auch Bürgermeister Andreas Frickinger ist unter den Gästen. „Die Bädles- Bühne bringt die Leute zusammen und unterstützt das Freibad.“ Besonders beeindrucke ihn der starke Zusammenhalt im Team und die lebendige Atmosphäre. „Das fördert die Gemeinschaft – dafür steht Wallhausen.“

Mit Leidenschaft stehen Dieter Kreft als Wirt Karl Staudinger, Marc Wurzinger als Bürgermeister Max Enzinger und Leon Held als Tischlermeister Luis Wimmer auf der Bühne. Jonah Kleinert spielt dessen Sohn Peter, Jörg Rossell den Stammgast Gustl Morscher. Susanne Hermann ist als Dorftratsche Mimi Sterzinger zu sehen, Simone Zobel als Heidi Staudinger, Elke Dürr als Elfi Enzinger, Silke Kochendörfer als Grete Wimmer, Sina Held als Bardame Lola sowie Regisseur Uli Gsell als Harry Breschnew. Michaela Kernwein überzeugt als Herta Staudinger mit einem gekonnten bayerischen Dialekt. „Unsere Michaela ist ein Sprachtalent“, erklärt Gsell. Deshalb habe man kurzerhand in die Handlung eingebaut, dass Karl Staudinger seine Frau in Bayern kennengelernt hat. „Sie hat sich schon lange gewünscht eine bayerische Rolle zu spielen.“ Das Stück greift Orte wie die Adlerbrauerei Schmetzer oder den Büttl in Wallhausen auf und sorgen für schallendes Gelächter.


Bädles-Bühne Freibad Hengstfeld

Michaela Kernwein, Silke Kochendörfer und Elke Dürr spielen die Ehefrauen, die ihre Männer gekonnt provozieren. Von links: Michaela Kernwein, Silke Kochendörfer, Elke Dürr, Marc Wurzinger, Dieter Kreft und Leon Held.

Dorfwirt Karl Staudinger, Bürgermeister Max Enzinger und Tischlermeister Luis Wimmer fahren angeblich zu einer Fachmesse nach Stuttgart – wollen in Wahrheit aber in „Harrys Bar“ feiern. Dorftratsche Mimi überredet ihre Frauen zu einem Gegenschlag. Währenddessen versucht der schüchterne Peter Wimmer mit Hilfe von Stammgast Gustl zu lernen, wie er Wirtstocher Heidi um ein Date bitten kann – eine Szene voller Situationskomik. Dialektsprüche wie „I hau den windelweich“ oder „Du stehst scho zwei Joar unter der Fuchtl von deiner Alten“ sorgen für schallendes Gelächter. In der „Liebesnachhilfe“ zwischen Gustl und Peter fallen humorvolle Ratschläge: „Du musch Erotik in den Blick lege“ – prompt kommt die skeptische Antwort: „Du weißt aber scho, dass des saubled ausschaut.“


Bädles-Bühne Freibad Hengstfeld

Jörg Rossell (links) und Jonah Kleinert überzeugen in ihrer Szene der „Liebesnachhilfe“ – dieser Blick soll bei Frauen wahre Wunder bewirken.

Die Gäste sind begeistert: „Es war supergeil“, sagt eine Besucherin. Ein anderer Gast spricht von einer „Weltklasse-Leistung“. Gunter Jodlauk und seine Frau sind erstmals dabei. „Ich musste so lachen“, sagt der Crailsheimer. „Jeder Charakter war einzigartig.“ Lob kommt auch von der Theatergruppe des BC Marktlustenau. „Wir haben das Stück selbst gespielt – die Bädles- Bühne macht das super“, sagt Andreas Bauer. Zwischen beiden Gruppen besteht seit Jahren ein freundschaftlicher Austausch. „Sie sind spitzenklasse.“

Marc Wurzinger steht zum zehnten Mal auf der Bühne, Alexander Dörr betreut seit zehn Jahren die Technik mit. Sina Held ist erstmals fest als Darstellerin eingeplant, und Nele Kleinert unterstützt zum ersten Mal das Maskenteam. Ein Abend, der Erfahrung, neue Gesichter und einen starken Gemeinschaftsgeist vereint.

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Bardame Lola, gespielt von Sina Held, sorgt mit ihrem Auftritt dafür, dass die Männer vor ihren Frauen auffliegen. Gemeinsam mit ihrem Chef Harry, gespielt von Uli Gsell, reist sie aus Stuttgart an. Von links: Uli Gsell, Silke Kochendörfer, Sina Held, Leon Held und Marc Wurzinger.

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