Ein neuer Ort für Trauer und Trost

Mit einem feierlichen Gottesdienst und zahlreichen Gästen hat Gröningen die neue Aussegnungshalle eingeweiht. Nach umfassender Sanierung und Erweiterung ist ein würdevoller Ort entstanden.

Mit einem feierlichen Gottesdienst und zahlreichen Gästen hat Gröningen die neue Aussegnungshalle eingeweiht. Nach umfassender Sanierung und Erweiterung ist ein würdevoller Ort entstanden.

Zahlreiche Besucher fanden sich auf dem Friedhof in Gröningen ein, um die Einweihung der neuen Aussegnungshalle zu feiern und diese im Anschluss gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Haas zu besichtigen. Dabei erwies sich besonders die Glaswand mit dem Motiv des Sonnenaufgangs als Blickfang.

An Christi Himmelfahrt feierte Gröningen gleich zwei besondere Ereignisse. Den Auftakt bildete ein Gottesdienst in der Kilianskirche, zu dem die Gemeinde eingeladen hatte. Pfarrer Dominik Gablowski hielt die Predigt, während sich die Kirche mit zahlreichen Besuchern und Familien füllte. Neben der diamantenen Hochzeit des Ehepaars Baumann stand an diesem Tag auch die Einweihung der neuen Aussegnungshalle auf dem Friedhof Gröningen im Mittelpunkt. „Gleich zwei Anlässe zum Feiern“, betont Pfarrer Dominik Gablowski.

„Mit der neuen Aussegnungshalle entsteht ein Ort, der weit mehr ist als nur ein Gebäude“, sagt Bürgermeister Thomas Haas zu Beginn seines Grußwortes. Für ihn sei es ein Ort der Gemeinschaft, des Innehaltens, der Erinnerung und vor allem der Menschlichkeit. Gerade in Zeiten der Trauer brauche der Mensch einen Ort, der Halt gebe, Würde ausstrahle, Schutz biete und Trost vermittle. „Mit der umfassend sanierten und erweiterten Aussegnungshalle ist genau ein solcher Ort entstanden.“

Bewährtes bewahrt

Besonderen Wert habe die Gemeinde darauf gelegt, das Gebäude harmonisch in den Friedhof einzufügen. Das Satteldach greife bewusst vertraute Gestaltungsformen auf, da auch das Ortsbild von dieser Dachform geprägt sei. Der Anbau verbinde Tradition und Moderne auf natürliche Weise. „Wir bewahren Bewährtes – und führen es behutsam in die Zukunft.“

Als besonders prägend bezeichnete Haas das Glasbild hinter dem Betonkreuz, das einen Sonnenaufgang zeigt. „Zwei starke Symbole. Der Sonnenaufgang steht für Licht und Neubeginn. Dafür, dass nach jeder Dunkelheit wieder ein neuer Morgen kommt.“ Das Motiv sei bewusst vom Gröninger Ortschaftsrat ausgewählt worden. Beerdigungen markierten zwar das Ende eines Lebensweges, doch zugleich verbänden Menschen damit auch Hoffnung. „Das Bild erinnert uns daran, dass Abschied und Hoffnung zusammengehören.“ Er richte den Blick nicht nur auf das Vergangene, sondern auch auf das, was bleibe: Erinnerungen, Dankbarkeit und die Spuren eines Menschen im Leben anderer. Zugleich schaffe es eine besondere Atmosphäre – vor allem durch das wechselnde Licht, die warmen Farben und die offene Gestaltung. Auch architektonisch sei das Gebäude ein gelungenes Projekt. Viele Menschen hätten mitgewirkt. „Es zeigt, dass die Politik des Miteinanders, Zuhörens und Gehörtwerdens funktioniert.“ Gute Lösungen entstünden dort, wo unterschiedliche Perspektiven zusammenkämen. „Mein Dank gilt allen Beteiligten, die mit großem Engagement, Fachwissen und Herzblut an diesem Projekt gearbeitet haben“, erklärt Bürgermeister Haas. Neben der gelungenen Gestaltung gebe es zahlreiche praktische Verbesserungen: Barrierefreiheit, moderne Räumlichkeiten, bessere Aufenthaltsmöglichkeiten bei jeder Witterung, neue sanitäre Anlagen sowie einen separaten Bereich für Geistliche und Trauerredner. Auch mit Blick auf die Nachhaltigkeit setze das Gebäude ein Zeichen. Die Photovoltaikanlage zeige, dass Verantwortung übernommen werde – für die Gegenwart ebenso wie für kommende Generationen.

Mit einem feierlichen Gottesdienst und zahlreichen Gästen hat Gröningen die neue Aussegnungshalle eingeweiht. Nach umfassender Sanierung und Erweiterung ist ein würdevoller Ort entstanden.

Würdevolle Gestaltung

„Der Beginn der Planung war im Februar 2024“, erklärt Architekt Frank Schneider. Der Vorplatz, der Eingangsbereich und das Gebäude selbst stammen aus den frühen 1970er-Jahren. „In den vergangenen 55 Jahren wurden zwar Reparaturen vorgenommen, eine Modernisierung blieb jedoch aus.“

Statt eines Neubaus entschied man sich bewusst für die Modernisierung des Bestands – aus Gründen der Nachhaltigkeit und städtebaulicher Sicht. Drei bestehende Funktionsräume wurden umfassend saniert. „An den Bestand schließt sich auch der neue Sanitärbereich an.“ Dieser sowie der Raum für Trauerredner münden in einen gemeinsamen Vorraum. „Die Räume sind ganzjährig nutzbar und frostgeschützt.“

Der ehemalige Kompostbereich wurde außerhalb der Friedhofsmauer verlegt, ein zusätzlicher Zugang geschaffen. Die rund 100 Quadratmeter große Dachfläche vor der Halle schützt Eingänge und Aussegnungsbereich und schafft zugleich „einen Ort des Verweilens und der Begegnung“.

Das Kreuz als christliches Symbol findet sich in Form einer massiven Wandscheibe wieder. An ihrer Spitze folgt sie der Dachform und ermöglicht durch die Verglasung den freien Blick in den Himmel. „Die optisch sichtbaren und haptisch erlebbaren Baustoffe – Kalkstein, Eisen sowie Glas und Holz – zählen zu den grundlegenden Materialien der Architektur.“ In ihrer Auswahl und Anordnung seien sie hier würdevoll eingesetzt. „Für die Umsetzung der Arbeiten waren 15 unterschiedliche Gewerke mit rund 60 Mitarbeitenden vor Ort im Einsatz“, erklärt Schneider abschließend. Die Baustelle erstreckte sich über einen Zeitraum von rund 14 Monaten.

Nach den Grußworten von Ortsvorsteher Friedrich Albrecht, Pfarrer Dominik Gablowski und Pfarrer Franz-Josef Konarkowski sowie den musikalischen Beiträgen des Frauenchors Gröningen nutzten die zahlreichen Besucher die Gelegenheit, gemeinsam mit Bürgermeister Haas die Aussegnungshalle zu besichtigen und den neu geschaffenen Ort des Abschieds kennenzulernen.


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