Rücksichtslos entsorgt

In Spaichbühl sorgt illegale Müllentsorgung immer wieder für Ärger bei den Anwohnern. Etwa alle sechs Wochen werden auf einer Wiese Plastiksäcke voller Abfälle entdeckt.

In Spaichbühl sorgt illegale Müllentsorgung immer wieder für Ärger bei den Anwohnern. Etwa alle sechs Wochen werden auf einer Wiese Plastiksäcke voller Abfälle entdeckt.

Ganze Brote, verschimmelte Lebensmittel und benutzte Kaffeefilter: Was für die Verursacher offenbar eine einfache Form der Müllentsorgung ist, sorgt bei den Anwohnern für Unverständnis.

Leere Einmachgläser, Wurstdosen, benutzte Kaffeefilter, Eierschalen, ganze Brote, verschimmelte Lebensmittel, Konservendosen, Äpfel, Bananen und Vieles mehr – sorgfältig in Plastiksäcken verpackt und anschließend auf einer Wiese entsorgt. Was wie eine einmalige Verschmutzung wirkt, ist für die Anwohnerin Marianne Fischer aus Spaichbühl längst ärgerlicher Alltag. Etwa alle sechs Wochen entdeckt sie neue Müllablagerungen auf ihrer Wiese zwischen Spaichbühl und Waldbuch, unweit eines Schotterwegs. „Wenn die Menschen mehr Rücksicht und Verantwortung übernehmen würden, wäre Vieles besser“, sagt Fischer. Seit Monaten beobachtet sie, wie immer wieder an derselben Stelle Abfälle entsorgt werden. „Der Müll liegt regelmäßig unterhalb unserer Wiese. Mal sind es leere Dosen, mal ganze Lebensmittel. Die Tüten werden immer am gleichen Ort abgestellt.“ Besonders unverständlich sei für sie, dass die Entsorgung vieler dieser Abfälle problemlos und kostenlos möglich wäre. Dennoch landen die Müllsäcke regelmäßig in der Natur. Fischer und ihre Familie sammeln die Hinterlassenschaften immer wieder ein, um eine weitere Verschmutzung der Umgebung zu verhindern. „Der Müll liegt rechts und links unserer Wiese. Es ärgert mich, dass manche Menschen so rücksichtslos mit der Natur umgehen.“ Trotz der gestiegenen Lebensmittelpreise scheine bei den Verursachern keine Lebensmittelnot zu bestehen.

Gefährdung für Tiere

Illegale Müllentsorgung ist nicht nur ein Ärgernis für Anwohner und Grundstückseigentümer. Sie kann auch erhebliche Folgen für Tiere haben. Darauf macht die Tierarzthelferin und Pferdebesitzerin Leonie Kopf aus Spaichbühl aufmerksam. „Die Koppelsaison hat zwar noch nicht begonnen, aber in der Vergangenheit haben Menschen immer wieder Brot auf unsere Pferdekoppeln geworfen“, berichtet sie. Was viele vielleicht als gut gemeinte Fütterung ansehen, könne für die Tiere ernste gesundheitliche Folgen haben. Pferde verfügen über ein empfindliches Verdauungssystem. Bereits Brot könne gesundheitliche Probleme verursachen. „Koliken, Schlundverstopfungen oder sogar Hufrehe können die Folge sein.“ Hinzu komme ein weiteres Risiko: der sogenannte Futterneid. Sobald einzelne Tiere an fremdes Futter gelangen, entstünden schnell Rangkämpfe innerhalb der Herde. Dabei könnten sich die Tiere gegenseitig verletzen. Auch Hunde seien von achtlos weggeworfenen Lebensmitteln betroffen. Zwar schade ein kleines Stück Brot nicht zwangsläufig sofort, auf Dauer seien die enthaltenen Kohlenhydrate jedoch ungeeignet. „Viele Hunde reagieren mit Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall“, erklärt Kopf. Besonders gefährlich werde es, wenn sich im Brot Rosinen oder Walnüsse befinden. Diese seien für Hunde sogar giftig. „Schlingen die Hunde größere Stücke und verschlucken sich, ist das auch gefährlich.“ Alte oder gar verschimmelte Lebensmittel stellen ebenfalls ein Gesundheitsrisiko dar – sowohl für Tiere als auch für Menschen. Hinzu kommt die Problematik des Plastiks. Kunststoff zersetzt sich nur sehr langsam und belastet die Umwelt massiv. „Wildtiere können sich darin verfangen oder Teile davon versehentlich fressen“, warnt Kopf.

In Spaichbühl sorgt illegale Müllentsorgung immer wieder für Ärger bei den Anwohnern. Etwa alle sechs Wochen werden auf einer Wiese Plastiksäcke voller Abfälle entdeckt.

Wenige Wochen später folgt der nächste Fund: ein Müllsack voller Gläser, Dosen und Plastikabfälle – Materialien, die problemlos und kostenlos entsorgt werden könnten.

Richtige Entsorgung

Was für die Verursacher wie eine schnelle und bequeme Lösung erscheint, bedeutet für Anwohner, Grundstückseigentümer, die Natur und Tierwelt eine erhebliche Belastung. Dabei gibt es im Landkreis Schwäbisch Hall zahlreiche Möglichkeiten, Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen.

Nach Angaben des Landratsamts können Bürgerinnen und Bürger öffentliche Einrichtungen der Abfallentsorgung nutzen. Dazu zählen Wertstoffhöfe und Sammelplätze. Für Einmachgläser, wie sie in Spaichbühl regelmäßig gefunden werden, stehen Altglascontainer zur Verfügung. Die Entsorgung ist dort kostenlos möglich. Zusätzlich bietet die Abfall-App des Landkreises zahlreiche Funktionen rund um die Müllentsorgung. Neben Erinnerungen an bevorstehende Leerungstermine per Push-Nachricht enthält die Anwendung eine standortbezogene Suche nach Entsorgungsanlagen inklusive Öffnungszeiten. Darüber hinaus können Bürger wilden Müll oder überfüllte Container melden. Ein digitales Abfall-ABC informiert über die richtige Entsorgung von Wertstoffen und Abfällen. Auch Sperrmüllanträge, eine mit zu verschenkenden, gut erhaltene Gegenständen sowie Reklamationsmöglichkeiten für defekte Mülltonnen sind integriert.

Erwartungen an den Müllsünder

Für die Anwohner in Spaichbühl wäre die Lösung denkbar einfach: Wer seinen Abfall ordnungsgemäß entsorgt, schützt nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit von Mensch und Tier. Außerdem sorge man dafür, dass Wiesen wieder das werden, was sie waren – Lebensraum statt Müllablage.


Kommentare

  1. Es wäre sehr einfach den Umwelsünder zu erwischen eine kleine Wildkamera versteckt anbringen da er ja immer am gleichen Ort ablegt

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