Von der Weide ins Fernsehen

Familie Humpfer aus Standorf ist Mittelpunkt der dritten Folge der diesjährigen SWR-Staffel „Lecker aufs Land“. Beim finalen Drehtag begleiten zwei Kamerateams das Hofgeschehen auf der Ranch.

Familie Humpfer aus Standorf ist Mittelpunkt der dritten Folge der diesjährigen SWR-Staffel „Lecker aufs Land“. Beim finalen Drehtag begleiten zwei Kamerateams das Hofgeschehen auf der Ranch.

Katrin Humpfer und Sohn Maximilian stehen für „Lecker aufs Land“ in der Küche, während Joachim Humpfer die Landfrauen über die Ranch führt. Von rechts: Tontechniker Peter Wuchterl-Ammer, Regisseur Jonas Gernstl und Kameramann Fritz Schönegger.

Weiden, Ranchhaus im amerikanischen Stil und eine Herde von rund 60 Bisons prägen das Bild in Standorf. Hinzu kommen etwa 100 Angus-Rinder, zwei Trakehner, eine Zuchtstute im Brehmer Hafen und ein treuer Jagdhund. Auf insgesamt 170 Hektar hat die Familie ihr eigenes Paradies. An diesem Morgen herrscht besondere Spannung: Es ist der letzte Drehtag für die SWR-Erfolgssendung „Lecker aufs Land“.

Die Nervosität steigt. Katrin Humpfer, ihr Mann und die drei Kinder Maximilian (14), Magnus (12) und die siebenjährige Jennifer treffen die letzten Vorbereitungen, bevor das Team der Münchner Produktionsfirma Megaherz zum finalen Drehtag anrückt.

Als dritte Landfrau der diesjährigen Staffel steht die 45-Jährige im Mittelpunkt der dritten von insgesamt sechs Folgen. Über mehrere Drehtage hinweg wurden die Ranch, der Familienalltag und die Arbeit auf dem Hof porträtiert. Nun folgt der Höhepunkt: das Kochen und der Besuch der fünf anderen Landfrauen.

Auf den Tisch kommt Bison

Für das Menü hat sich Humpfer etwas Besonderes einfallen lassen. Auf den Tisch kommt Bison in verschiedenen Variationen – als Schmorgericht und in Kombination mit Angus-Rind. „Beides schmeckt anders. Ich bin gespannt, ob die Frauen das herausschmecken.“ Einen Großteil der Vorbereitungen hat sie am Vortag erledigt. „Bei einem Drehtag läuft alles sehr komprimiert ab. Man muss fertig sein, damit das Team einen direkt verkabeln kann.“

Unterstützung erhält sie in der Küche von Sohn Maximilian. Am Ende der Staffel bewerten die Teilnehmerinnen gegenseitig ihre Menüs. Jede Folge spielt auf einem anderen Hof, den die Landfrauen im Laufe der Staffel besuchen.

Im Januar erhielt die Familie den ersten Anruf der Produktion, im Februar folgte die Zusage. „Der Dreh ist unglaublich spannend. Die Sendung selbst hat längst Kultstatus“, sagt Katrin Humpfer.

Neben Angus-Rindern und Bisons gehören eine Biogasanlage und eine hofeigene Metzgerei zur Ranch der Familie. Katrin Humpfer und Joachim Humpfer sind zudem ausgebildete Jäger und setzen auf den Weideschuss. „Als konventionelle Bauernfamilie wollen wir es richtig machen“, betont sie.

Besonders wichtig ist den beiden die regionale Wertschöpfung. Anfang 2024 kauften sie ein Schlachthaus in Niederstetten. „Wir helfen beide aktiv mit. Uns ist wichtig, jedes Tier zu kennen, das durch unsere Schlachtstätte geht.“ Die überschaubare Größe ermögliche einen besonders achtsamen Umgang mit den Tieren.

Auch beim Kochen setzt die Lehrerin für Mathematik und Hauswirtschaft auf Regionalität und Saisonalität. Vieles stamme direkt aus dem eigenen Bauerngarten. „Für mich gehört das zur Landwirtschaft dazu.“ Ergänzt wird das Menü durch Kräuterseitlinge von der Hofburg und einem Hohenloher Whisky von Karl Müller aus Schönenberg. „Wenn ich etwas zukaufe, dann von Landwirten, die ich kenne.“

Die Ranch blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 1735 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Zunächst lebte die Familie in einem alten Bauernhaus, bevor sie 2010 das heutige Anwesen errichtete. Bis Oktober vergangenen Jahres gehörte auch Milchvieh zum Familienbetrieb.

Der bekannte Oldtimerbus von „Lecker aufs Land“ rollt auf den Hof. Die anderen Teilnehmerinnen werden bereits von der Gastgeberfamilie und dem Kamerateam empfangen.

Pünktlich zum Drehbeginn rollt der bekannte Oldtimer von „Lecker aufs Land“ auf den Hof. Nacheinander steigen die anderen Teilnehmerinnen aus Oberkirch, der Pfalz, Südbaden, Sulz am Neckar und der Westpfalz aus. Während Katrin Humpfer mit Sohn Maximilian am Herd steht, übernimmt Joachim Humpfer die Hofbesichtigung. Mit einem Truck fährt er die Gäste über das weitläufige Gelände und sogar auf die Bisonweide. Für den 48-Jährigen liegen die anstrengendsten Dreharbeiten allerdings bereits hinter ihm. 

„Am Sonntag musste ich die Biogasanlage gefühlt unendlich oft mit dem Radlader befüllen. Für jede Kameraeinstellung wieder aufsteigen und absteigen“, erzählt er mit einem Lachen.

Hinter den Kulissen

Dass die Dreharbeiten reibungslos ablaufen, dafür sorgt ein eingespieltes Team der Megaherz GmbH. Elf Personen sind vor Ort: zwei Kamerateams, zwei Regisseure, zwei Tonmänner sowie Mitarbeiter aus Produktion, Aufnahmeleitung, Datenmanagement und Fotografie.

Hauptregisseur Jonas Gernstl ist mit dem Filmemachen aufgewachsen. Sein Vater gründete die Produktionsfirma Megaherz. „Das Tonstudio war in meinem Kinderzimmer, bevor ich überhaupt geboren wurde“, erzählt er schmunzelnd. Obwohl er eigentlich Produzent ist, führte ihn sein Weg früh hinter die Kamera. Zu seinen bisherigen Arbeiten zählen die Kinodokumentationen „Guerilla Köche“ (2013), „665 Freunde“ (2017) und „Gernstl unterwegs in der Krise“ (2020). „Ich kenne nichts anderes.“

Auch Kameramann Fritz Schönegger fühlt sich auf den Höfen zuhause. Seit 18 Jahren arbeitet der Münchner für Megaherz. „Bei den Sommerproduktionen sind wir meistens drei oder vier Kameraleute.“ Im Team spreche man inzwischen scherzhaft vom „Landfrauen-Universum“ der Produktionen für SWR, BR und WDR. Besonders schätzt er die Abwechslung seines Berufs. „Wir sind ständig an neuen Orten und treffen neue Menschen. Die Arbeit auf Bauernhöfen ist für mich ein zusätzlicher Bonus. Ich liebe das Landleben.“

Info: Die Folge von Familie Humpfer läuft am 7. September um 20:15 Uhr im SWR. In der ARD-Mediathek erscheint sie bereits am 31. August.


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