Eine Spende mit Erinnerung
Der Förderverein Leichtathletik spendet 3.000 Euro an die Lebenshilfe Crailsheim. Die Mittel gehen auf die Versicherung von Clara Fischer zurück, die vor fünf Jahren auf dem Burgberg ums Leben kam.
„Die Arbeit mit behinderten Menschen ist immer voller Humor.
Man lacht miteinander, nicht übereinander“, sagt Peter Schnabel. Der 70-Jährige
aus Vellberg ist seit 1997 Geschäftsführer der Lebenshilfe in Crailsheim – seit
2022 Vorsitzender. Bereits während seines Studiums engagierte er sich für die
Lebenshilfe Bamberg und baute später die Offene Hilfe in Schwäbisch Hall mit
auf. „Ich arbeite gerne mit Menschen.“
An diesem Tag ist Schnabel besonders erfreut: Die Lebenshilfe darf auf dem Burgberg eine Spende des Fördervereins Leichtathletik entgegennehmen. „Wir kümmern uns um Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen“, erklärt er. Zentrale Themen sind Freizeitgestaltung, Bildungsangebote, Familienunterstützung, Beratung sowie sozialrechtliche und pädagogische Fragen. Die Lebenshilfe gliedert sich in mehrere Bereiche, darunter auch der Burgberg. Ziel ist es, Menschen mit Behinderung in die reguläre Wirtschaft einzubinden – mit Erfolg: Am Aussichtsturm helfen sie bereits bei der Rasenpflege, in der Küche und bei der Verpflegung mit.
Mit der Spende des Fördervereins soll ein Wintergarten entstehen. „Hier gibt es viele Spielgeräte für Kinder. Wenn die Eltern in der Wirtschaft sitzen, haben sie ihre Kinder nicht immer im Blick.“ Zudem sei der Wind stark. Bislang schützt nur eine provisorisch angebrachte Folie die überdachte Fläche.
Technischer Leiter der Lebenshilfe ist Volker Gerullis, gelernter Schreiner. Seit 2022 ist er für die Lebenshilfe tätig und treibt den Bau des Wintergartens maßgeblich voran. In seiner Schreinerei fertigt er bereits die Holzelemente vor. „Die Fenster sind fast fertig.“ Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Daniel Schentzieorz kümmert er sich um Umbauten, Grünpflege, technische Arbeiten sowie die Beschaffung von Heizpellets und Getränken auf dem Burgberg.
2022 pachtete die Lebenshilfe den Burgberg vom Schwäbischen Albverein. Seitdem hat sich viel getan. „Wir haben von Grund auf renoviert – von der Decke bis zum Abschleifen und Neulackieren der Bänke“, berichtet Schnabel. Eine neue Heizung und das Dach wurden vom Schwäbischen Albverein finanziert. Auch das zuvor schimmlige Fachwerk wurde saniert.
Anlass der Spende ist der tragische Unglücksfall von Clara Fischer, die auf dem Burgberg ums Leben kam. Ihre Eltern entschieden sich, die Versicherungssumme an den Förderverein Leichtathletik zu spenden. Nach der Finanzierung eines Defibrillators blieb ein Restbetrag, der nun in Höhe von 3.000 Euro dem geplanten Wintergarten zugutekommt. Der Verein selbst besteht seit 2008 und unterstützt die Crailsheimer Leichtathletik. Der Burgberglauf selbst findet am letzten Juniwochenende statt, in diesem Jahr am 27. Juni und wird bereits das siebte Mal veranstaltet. Anmeldungen sind ab dem 1. März möglich. Der Lauf ist ein offiziell vermessener Halbmarathon über 21,095 Kilometer.
Die Idee zum Burgberglauf stammt von Helmut Zanzinger und Martin Wenger. 2017 entstand der Gedanke bei einem Silvesterlauf in Hengstfeld. „In Hohenlohe gibt es viele Läufer, aber kaum Halbmarathons“, erklärt Wenger. „Uns wurde klar: In Hohenlohe gibt es viele Läufer, aber kaum Angebote über 21 Kilometer.“ Der nächste vergleichbare Lauf sei der EBM-Papst-Marathon gewesen. „Meine Frau musste für einen Halbmarathon fast 100 Kilometer fahren“, ergänzt Zanzinger. 2018 setzten die Initiatoren ihre Idee um, entwickelten eine Strecke und organisierten einen Probelauf. Rund 100 Helferinnen und Helfer sind jährlich im Einsatz.
Für Zanzinger war die Motivation persönlich: „Meine Frau lief am liebsten 21 Kilometer. Sie war deutsche Meisterin – diese Distanz war ihre Lieblingsstrecke.“ Neben dem Halbmarathon gibt es auch kürzere Formate: einen Viertelmarathon sowie den sogenannten Drei-Sechstel-Marathon. Hier teilen sich drei Läufer die Strecke als Staffel. „So können auch weniger Trainierte teilnehmen.“
Die Spende übergibt Jürgen Geiger, Kassier und Schatzmeister des Fördervereins sowie Gründungsmitglied seit 2008.
Neben dem Burgberglauf ist der Förderverein auch Mitorganisator des zehn Kilometer langen Sparkassenlaufs am 3. Oktober – gesponsert durch die Sparkasse. Neu im Programm ist zudem „Laaf los“, ein Lauftraining für Anfänger, Wiedereinsteiger und Hobbysportler. Das Angebot umfasst 16 Trainingseinheiten mit zwei Terminen pro Woche und endet mit der Teilnahme am Burgberglauf. Eine Informationsveranstaltung findet am 19. Februar statt, ein Schnuppertraining am 21. Februar, der offizielle Trainingsstart ist am 7. März.
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