Von Schlümpfen bis zu Bauarbeitern
Gelebte Tradition seit fast drei Jahrzehnten: Beim Rosenmontagsumzug in Matzenbach sind Narren in bunten Kostümen, mit fröhlichen Gesichtern und in ausgelassener Stimmung zu sehen.
Auch die Schlümpfe heizten mit einer blauen Rauchbombe die
Stimmung ordentlich an und setzten damit ein farbenfrohes Highlight im
närrischen Treiben.
Heitere Stimmung, dröhnende Musik und ausgelassene
Feierlaune prägten den Rosenmontagsumzug in Matzenbach, den der FC Matzenbach
veranstaltete. Schon von weitem war das bunte Treiben zu hören – und spätestens
beim Blick auf die Kostüme war klar: Hier wird Tradition gelebt.
„Die Idee kam von ein paar Frauen des Wandervereins“, sagt
Sabine Weiß. „Den Umzug selbst gibt es dieses Jahr zum 27. oder 28. Mal.“ Fast
drei Jahrzehnte also, in denen sich das Dorf am Rosenmontag auf den Weg macht.
Was einst als spontane Eingebung begann – „Die Frauen hatten damals die Idee,
am Rosenmontag durchs Dorf zu ziehen“ – entwickelte sich rasch zu einer festen
Institution. Wanderverein, Dorfgemeinschaft und zahlreiche Bürger schlossen
sich an. „Wir haben alle gesagt, dass das eine gute Idee ist, und uns
angeschlossen“, berichtet Weiß.
Die Strecke führt vom Vereinsheim Matzenbach durch das Dorf,
vorbei an der Turnhalle und dem Friedhof, bevor der Zug wieder am Ausgangspunkt
endet. „Es ist eine schöne Dorfrunde. Beim ersten Umzug sind wir Frauen mit
unseren Kindern losgezogen – die Männer waren arbeiten“, erinnert sich Weiß mit
einem Lachen. Heute ist das anders: „Es nehmen immer mehr teil, und unsere
Männer gehen nicht mehr zur Arbeit, sondern feiern mit.“
Anschließend Party
Unterwegs laden mehrere „Tankstellen“ zum Verweilen ein –
damit sind natürlich keine Zapfsäulen gemeint, sondern Stände mit Essen,
Getränken und Spirituosen. Wurstbuden und Ausschankstände säumen die Strecke.
„Wir in Matzenbach sind sehr gastfreundlich. Es ist alles umsonst. Der Umzug
ist jedes Jahr eine ehrenamtliche Veranstaltung. Dafür danken wir allen
Helfern. Es ist einfach ein schönes Narrentreiben.“ Nach dem Umzug steigt im
Vereinsheim die große Party. Weiß erinnert sich mit einem Schmunzeln an ihre eigene
Premiere: „Beim ersten Umzug war ich als Witwebolde verkleidet, meine Kinder
als Max und Moritz.“
Joachim Keller aus Matzenbach lässt sich dieses Ereignis
ebenfalls nicht entgehen – er nimmt sich dafür sogar Urlaub. „Es ist schon
geil. Sonst wäre ich jetzt zuhause, aber bei dem Umzug kann ich das nicht. Es
ist ein Geben und Nehmen für alle. Der Umzug gehört einfach jedes Jahr dazu.“
Dieses Mal ist er als Bauarbeiter unterwegs.
Mit kreativen Showeinlagen begeisterten die Teilnehmer das
Publikum entlang der Strecke – vom Regen ließen sie sich dabei kein bisschen
die Stimmung verderben.
Die Vielfalt der Kostüme ist beeindruckend: Teufel, Bundeswehrsoldaten, Pilze, Feen, Prinzessinnen, Giraffen und Schlümpfe ziehen durch die Straßen. „Ich bin jedes Jahr hier – schon immer. Es ist familiär und hat diesen besonderen Flair. Die Gruppen vermischen sich, und es kommt immer noch jemand dazu“, berichtet Yvonne Winter in ihrem Pilzkostüm. Auch Jerome aus Fichtenau ist mit seinen Freunden dabei – als Schlümpfe, inklusive eigenem Wagen. „Wir sind jedes Jahr hier. Es ist einfach ein Muss“, erzählt der 15-Jährige stolz.
Bunt geschmückte Wägen, kreative Dekorationen und liebevoll
gestaltete Kostüme verwandeln Matzenbach an diesem Tag in eine
Faschingshochburg. Für Sicherheit sorgen Feuerwehr, Polizei und ein
Security-Team. „Wir sind jedes Jahr hier“, berichtet ein Mitarbeiter von PST
Security aus Gaildorf. „Die Leute sind gut aufgelegt – das passt.“
Bunt geschmückte Wägen zogen durch die Straßen des Dorfes
und sorgten überall für staunende Blicke.
Selbst einsetzender Regen kann die Stimmung nicht trüben. „Ich bin hier geboren, und der Umzug gehört einfach dazu“, sagt Silvana Pfisterer, deren Mann Vorstand des FC Matzenbach ist. Besonders beeindruckt sie der Zusammenhalt im Dorf: „Jedes Jahr lassen sich die Teilnehmer etwas Neues einfallen – neue Wägen oder Kostüme.“ Ihr Mann Ronny ergänzt: „Zur Party nach dem Umzug erwarten wir rund 300 Leute. Da kommt immer das ganze Dorf.“
Begleitet wird der Umzug von ausgelassener Musik. Lieder wie
„Karnevalsmaus“, „Bella Napoli“ oder „Wackelkontakt“ schallen durch die
Straßen. Ein besonderes Highlight ist der Song „In Matzenbach geht’s ab!
Rosenmontag Fasching“ von Holger Kirschbaum.
Links und rechts des Weges stehen zahlreiche Zuschauer.
Kinder sammeln begeistert Süßigkeiten, Eltern und Großeltern feiern mit. Von
Jung bis Alt ist alles vertreten – und genau das macht den Rosenmontagsumzug in
Matzenbach zu dem, was er ist: ein Fest für das ganze Dorf.
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