Ein Stück Kindheit in Berchtesgaden
Tobias Messerschmidt hatte große Pläne für den Schapbachhof. Warum der Ort für ihn ein Herzensprojekt war und welche neuen Ideen der Steinmetz neben seinen Unternehmen verfolgt.
„Für mich war der Schapbachhof nie ein wirtschaftliches
Projekt, sondern immer ein Ort, der die Liebe und Erinnerungen meiner Kindheit
widerspiegelt“, sagt Tobias Messerschmidt. Der 43-Jährige aus Ilshofen ist
Steinmetz mit Herz und Leidenschaft. Neben seinem Steinmetzbetrieb in
Crailsheim führt er eine Vertriebs-GmbH, eine Immobiliengesellschaft sowie ein
Unternehmen, das Häuser im 3D-Druckverfahren herstellt. Außerdem ist er
Teilhaber der Amoris UG – einer Plattform für Trauernde, auf der Erinnerungen
in Form von Videos, Fotos und Texten festgehalten werden können.
Mit dem Schapbachhof hatte der Steinmetzmeister große Pläne.
„Ich wollte ihn zu einem Familienhotel und zu einem Urlaubsort für Schüler
umbauen. Dort hätten alle Schüler aus dem Landkreis Schwäbisch Hall günstig
Urlaub machen können.“
Freundschaft, Kindheit, Familie
Messerschmidt reist bis heute zweimal im Jahr nach
Berchtesgaden. „Meine Frau und meine Kinder fühlen sich dort sehr wohl. Schon
als Kind war ich mit meinen Eltern oft dort.“ Besonders erinnert er sich an
einen Zufall: „Auf dem Schapbachhof habe ich einmal einen Freund durch Zufall getroffen.
Er machte dort ebenfalls Urlaub. Wir haben jeden Tag zusammen Fußball gespielt
– solche Momente erlebt man nur dort.“
Auch in seiner Jugend kehrte er regelmäßig zurück, gemeinsam
mit seiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau Lisa Messerschmidt. „Wir
haben dort jedes Jahr Urlaub gemacht. Diese Erinnerungen gehören neben unserer
USA-Reise zu den prägendsten meines Lebens.“
Für Messerschmidt steht der Schapbachhof vor allem für
Freundschaft, Kindheit und Familie. „Durch die vielen Urlaube mit meinen Eltern
und meiner Schwester ist dieser Ort für mich etwas ganz Besonderes.“ Der
Schapbachhof sei für ihn eine symbolische Brücke vom Landkreis Schwäbisch Hall
hin zu dieser „Wahnsinnslandschaft und den unglaublich netten Menschen dort.“
Der geplante Umbau des Schapbachhofs hätte sich über etwa
fünf Jahre erstreckt. Inzwischen verfolgt der Unternehmer andere Projekte.
„Aktuell habe ich drei größere Immobilienprojekte. Für den Schapbachhof hätte
eines davon zurückstehen müssen.“
Arbeit mit Stein
Der Steinmetzmeister findet vor allem Rückhalt in seiner
Familie. Mit Ehefrau Lisa Messerschmidt und den Kindern Lara, Leonardo und
Matheo ist sein Familienglück komplett. Auch beruflich ist er umtriebig: In
seiner Freizeit entwickelte er einen eigenen 3D-Drucker und baute damit in
Ilshofen sein erstes Haus – inzwischen sind weitere entstanden. „Noch ist
konventionelles Bauen günstiger“, sagt er. „Aber in fünf bis zehn Jahren könnte
der 3D-Druck wirtschaftlicher sein.“
Seine größte Leidenschaft entdeckte er früh: die Arbeit mit
Stein. Seine Steinmetzlehre begann er 1998. Nach seiner Ausbildung folgte der
Meistertitel. Während der Meisterschule wurde er außerdem von einer Jury
ausgewählt, das symbolische Eingangstor der Stadt Aschaffenburg zu gestalten
und auszuführen. „2006 habe ich dann entschieden, mich als Steinmetz
selbstständig zu machen.“
Buch verfasst
Der menschliche Umgang miteinander steht für ihn privat als
auch im Betrieb an erster Stelle. Seine Arbeit als Steinmetz brachte ihn früh
mit dem Tod in Berührung. Bis heute begegnet ihm Trauer fast täglich in seinem
Berufsalltag. Neben einfühlsamen Gesprächen mit Angehörigen, individuell
gestalteten Grabsteinen und seiner Leidenschaft, Dinge für die Ewigkeit zu
schaffen, hat Messerschmidt auch ein Buch geschrieben.
In „Der Tod & die Ewigkeit“ möchte er Hinterbliebenen
und Trauernden eine Orientierung geben. Eigene Erfahrungen mit Verlust und der
Wunsch, Menschen in schwierigen Zeiten zu unterstützen, haben ihn zu diesem
Buch motiviert. „Ich halte das Thema für sehr wichtig. Mit meinem Buch wollte
ich eine Lücke schließen, denn es gibt zu wenig Literatur dazu.“
Doch dabei soll es nicht bleiben. Messerschmidt plant, in
diesem Jahr eine Biografie zu veröffentlichen. „Sie richtet sich vor allem an
junge Menschen, die vielleicht mit Anfang 20 in einer ähnlichen Situation sind
und darüber nachdenken, sich selbstständig zu machen.“ Darin spricht er offen
über die Aufgaben, seine Erfahrungen und seine Familie. „Das Buch ist sehr
persönlich und erzählt auch von privaten Schicksalsschlägen.“ So kam es beispielsweise
bei der Geburt seiner Tochter zu schweren Komplikationen. „Meine Frau wäre fast
gestorben. Diese Zeit hat mich sehr geprägt.“
Familie bedeutet dem 43-Jährigen alles. Seine Kinder sind
längst fester Bestandteil des Betriebs und helfen ihrem Papa tatkräftig bei der
Arbeit.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen