Ein Tag voller Perspektiven
Zum Berufsinformationstag strömen zahlreiche Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Eltern in den Hangar – angezogen von einem vielfältigen und inspirierenden Angebot an Ausbildungsberufen.
Telegärtner Elektronik mit ihrem Azubi-Roboter und „nerdigem“
Standdesign. Von links nach rechts: Arijana Morina (Auszubildende, 1. Lehrjahr
zur Industriekauffrau), Jannis Treml (Auszubildender zum Fachinformatiker für
Systemintegration, 1. Lehrjahr), Patrik Roman (Auszubildender zum Elektroniker
für Betriebstechnik, 2. Lehrjahr), Ausbildungskoordinator Andreas Judt sowie
technischer Ausbilder Marius Scharpfenecker.
An diesem sonnigen Samstag zieht es zahlreiche Schüler,
Eltern und Familien in den Hangar nach Crailsheim zum Berufsinformationstag.
Rund 90 Ausbildungsbetriebe nutzen die Gelegenheit, um ihre Unternehmen
vorzustellen und Einblicke in Ausbildungsplätze sowie Karrierewege zu geben. Bereits
auf dem Gelände vor dem Hangar werden die Besucher von einer Vielzahl an Ausstellern
empfangen: So lädt etwa Leonhard Weiss mit einem Bagger dazu ein, selbst Hand
anzulegen. Bei Vion können sich die Gäste mit leckeren Burgern stärken. Auch
Unternehmen wie Geis aus Satteldorf, Roll Truck-Service aus Crailsheim, ForstBW
sowie die Stadtwerke Crailsheim, Stadtverwaltung und Südwestpresse Hohenlohe
präsentieren sich mit kreativen und einladenden Ständen.
Große Branchen-Bandbreite
Die Bandbreite der Branchen ist beeindruckend: Logistik,
Handwerk, Dienstleistung, Forstwirtschaft, Pflege und Gesundheitswesen, Handel,
Verwaltung, Lebensmitteleinzelhandel, Versicherungen, Automobilindustrie,
Tiermedizin, Elektrotechnik sowie der Einzelhandel und die Industrie kommen
zusammen, um Interessierten einen authentischen Einblick in ihre Arbeitswelt zu
ermöglichen. Ergänzt wird das Angebot durch Organisationen wie das Deutsche
Rote Kreuz, das mithilfe eines Dummys spielerisch in seine Arbeit einführt,
sowie durch die Polizei und die Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall. Im
Inneren des Hangars entfaltet sich schließlich eine lebendige und vielseitige
Ausstellungslandschaft, deren zentrales Anliegen klar ist: Schüler über
Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren und sie für unterschiedliche
Berufsfelder zu begeistern.
Zu den Ausstellern gehört auch das Unternehmen Telegärtner
Elektronik aus Crailsheim, das mit einer besonderen Attraktion anreiste: einem
Azubi-Roboter. „Der Roboter ist ein eigenständiges Projekt der Auszubildenden“,
erklärt Ausbildungskoordinator Andreas Judt. Sämtliche Komponenten des Roboters
– vom 3D-Druck über die Beschaffung einzelner Bauteile bis hin zur
Programmierung – wurden im eigenen Betrieb gefertigt. Dabei arbeiteten die
Auszubildenden verschiedener Fachrichtungen zusammen: Industriekaufleute
kümmerten sich um die Bestellung der Teile, während Betriebselektroniker und
IT-Anwendungsentwickler den Roboter konstruierten und programmierten. Auch das
Standdesign sowie die Gestaltung der Flyer stammen von den Auszubildenden
selbst. Inspiriert vom Videospiel „Cyberpunk“, wirkt das Erscheinungsbild
bewusst modern und leicht „nerdig“. „Wir wollten ein Design schaffen, das die
Jugend anspricht. Wir fanden die Idee unserer Azubis so gut, dass wir sie
direkt umgesetzt haben.“
Infos und Unterhaltung
Neben Telegärtner präsentieren sich zahlreiche weitere
Institutionen und Betriebe, darunter das Zentrum Mensch, die Zimmerer-Innung –
an dessen Stand das Zimmererhandwerk auf anschauliche Weise erlebbar gemacht
wird –, die VR-Bank, Handwerkskammer, IHK, SBK, NOW, R. Weiss, Möbel Bohn,
Optima sowie Schubert. Sie alle stehen exemplarisch für die große Vielfalt der
Aussteller, die an diesem Tag ihre Arbeit und Ausbildungsmöglichkeiten
präsentieren. Die Stände bieten dabei nicht nur Informationen, sondern auch Unterhaltung:
Von Bierpong über Glücksräder bis hin zu Geschicklichkeitsspielen und
Werbeartikeln ist für Abwechslung gesorgt. So können sich die Schüler auf
lockere Weise mit potenziellen Ausbildungsbetrieben vertraut machen.
Auch die 17-jährige Marie Brendel aus Crailsheim nutzt die
Gelegenheit, gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester die Messe zu
besuchen. „Ich suche einen Ausbildungsplatz“, erklärt die Schülerin des
Wirtschaftsgymnasiums. Den Hinweis auf die Veranstaltung erhielt sie durch ihre
Mutter. „Ich finde es hier richtig gut, weil man auch Firmen entdeckt, die man
vorher gar nicht kannte.“ Ihre 14-jährige Schwester Merit, Schülerin an einer
Realschule, begleitet sie dabei und verfolgt ähnliche Ziele: „Ich suche
ebenfalls einen Ausbildungsplatz und finde es spannend, wie viele verschiedene
Betriebe und Berufe man hier kennenlernen kann.“ Erste Erfahrungen hat sie
bereits gesammelt – in einem Praktikum als technische Produktdesignerin. „Jetzt
möchte ich herausfinden, welche Firmen diesen Beruf noch ausbilden.“
Ähnliche Beweggründe hat auch ein 15-jähriger Schüler aus
Schnelldorf, der durch seine Schule auf den Berufsinformationstag aufmerksam
wurde. Gemeinsam mit seiner Mutter machte er sich an diesem Samstag auf den Weg
in den Hangar – mit Erfolg: „Ich interessiere mich besonders für den Beruf des
Kfz-Mechatronikers und den des Land- und Baumaschinenmechatronikers.“
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