Lehrling im Handwerk: Aus Plänen werden Brücken und Tunnel

Yannic Sauter und Anelka Djague absolvieren eine Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer bei LEONHARD WEISS in Satteldorf. Was sie an ihrem Beruf besonders schätzen: körperliche Arbeit, große Bauprojekte und Teamarbeit.

René Schmitt (links), Yannic Sauter (Mitte) und Anelka Djague verbindet die Leidenschaft fürs Handwerk. Auf dem Trainingsgelände und im Ausbildungszentrum wird für den Baustellenalltag geübt.

Ob Regen, Wind oder strahlender Sonnenschein – auf der Baustelle wird gearbeitet. Für Yannic Sauter und Anelka Djague gehört das zum Alltag. Die beiden absolvieren ihre Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer bei LEONHARD WEISS in Satteldorf und wissen: Dieser Beruf verlangt Einsatz, Teamgeist und handwerkliches Geschick.

Beide befinden sich im ersten Lehrjahr, bringen jedoch unterschiedliche Vorerfahrungen mit. Während der 22-jährige Yannic Sauter aus Honhardt bereits eine Ausbildung zum Industriemechaniker abgeschlossen hat, studierte der 26-jährige Anelka Djague in Kamerun Bauwesen – sein Abschluss wurde in Deutschland anerkannt. „Durch meinen Vater, der ein eigenes Baugeschäft hat, bin ich auf den Beruf gekommen“, erzählt Yannic Sauter. „Hier sieht man am Ende, was man geschafft hat.“

Der Arbeitsalltag der beiden ist abwechslungsreich. Nach der Vorbereitung von Werkzeug und Material geht es direkt auf die Baustelle. Ob Hallen-, Brücken- oder Tunnelbau – die Aufgaben sind vielfältig. Die Berufsschule findet im Blockunterricht in Schwäbisch Hall statt, die überbetriebliche Ausbildung in Aalen. Neben dem Berichtsheft müssen die Auszubildenden einmal im Monat eine technische Zeichnung anfertigen. Dennoch sind sich beide einig: Die Praxis gefällt ihnen besser als die Schulbank.

Große Bauprojekte

Sauter begeistert vor allem die Komplexität großer Bauprojekte. Besonders der Brückenbau fasziniert ihn: „Da muss man mehr mitdenken.“ Neben körperlicher Belastbarkeit seien mathematische Kenntnisse, technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und Teamfähigkeit wichtige Voraussetzungen. Die Begeisterung für Baustellen begleitet Sauter seit seiner Kindheit. Oft war er mit seinem Vater unterwegs und durfte früh selbst Bagger fahren.

Für Djague war der Weg nach Deutschland eine bewusste Entscheidung. Im Juli 2024 kam er aus Kamerun, um eine praktische Ausbildung zu beginnen. „Ich wollte nicht nur theoretisch arbeiten“, sagt der Crailsheimer. Unterschiede zu seiner Heimat sieht er vor allem bei den Projektgrößen und den Sicherheitsstandards: „In Deutschland sind die Baustellen größer und die Regeln strenger.“ Zu seinen bisherigen Highlights zählt der Einsatz beim Bau einer Brücke an der A4 Richtung Bad Hersfeld. Auch ihn prägen handwerkliche Erfahrungen aus seiner Kindheit. In Kamerun half er seinem Onkel regelmäßig auf Baustellen. „Wir haben überwiegend Häuser gebaut. Mein Onkel ist Ingenieur in Kamerun. Vom Material her ist vieles gleich wie hier, nur die Dimensionen sind anders“, erzählt Djague.

Auch René Schmitt absolviert eine Ausbildung bei der LEONHARD WEISS-Gruppe – allerdings als Steinmetz bei der 1994 gegründeten Tochtergesellschaft SDC – Steinsanierung Denkmalpflege Crailsheim. Der 21-Jährige befindet sich ebenfalls im ersten Lehrjahr und habe sich nach eigenen Angaben „blind beworben“. „Es hat mir sofort Spaß gemacht“, sagt er mit einem Lachen. Ein kaufmännischer Beruf sei für ihn keine Alternative.

Vielseitiger Lehrplan

Insgesamt beschäftigt die Unternehmensgruppe über 8.200 Mitarbeitende. Steffen Brückner, Bauleiter und Ausbilder, weiß, worauf es ankommt: „Zuverlässigkeit steht an erster Stelle.“ Deshalb absolvieren Bewerber vor Ausbildungsbeginn ein einwöchentliches Praktikum. So könnten beide Seiten prüfen, ob die Zusammenarbeit passe. Als familiengeführtes Unternehmen lege LEONHARD WEISS großen Wert auf persönliche Betreuung. „Uns ist es wichtig, dass man sich auf Augenhöhe begegnet.“ Neben der regulären Ausbildung profitieren die Nachwuchskräfte von internen Schulungen, praktischen Übungseinheiten im firmeneigenen Trainingszentrum sowie Zusatzqualifikationen wie dem Kran- oder Lkw-Führerschein. Der interne Lehrplan des Beton- und Stahlbetonbauers decke das gesamte Spektrum – Hochbau, Instandsetzung sowie Ingenieurtiefbau ab.

Aktuell bildet das Unternehmen 418 Auszubildende und dual Studierende aus – in gewerblich-technischen und kaufmännischen Bereichen. Im Unternehmenspodcast Folge 37 „Dein Weg ins Handwerk: Holz, Stahl, Beton oder Stein – welche Ausbildung passt zu Dir?“ berichten Auszubildende und Mitarbeitende über ihren Weg ins Handwerk und ihre Erfahrungen im Berufsalltag.

Die Handwerkskammer Heilbronn-Franken informiert: Im Jahr 2025 befanden sich im Landkreis Schwäbisch Hall acht Personen und im Hohenlohekreis eine Person in einer Ausbildung. Im Landkreis Heilbronn sowie Main-Tauber-Kreis waren keine Auszubildenden verzeichnet. Die Zahl der gesamten Region Heilbronn-Franken beläuft sich auf 9 angehende Beton- und Stahlbetonbauer.


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