Neues Leben hinter alten Mauern: Stimpfach feiert Haus der Begegnung

Die katholische Kirchengemeinde Stimpfach weiht ihr neues Haus der Begegnung ein. Nach umfangreicher Sanierung bietet das historische Gebäude künftig Raum für Gemeinschaft und vielfältige Aktivitäten.

Das frisch sanierte Haus der Begegnung in Stimpfach neben der katholischen Kirche. Besucher erkunden das historische Gebäude bei der Einweihung.

Nach dem Gottesdienst nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit, das Haus der Begegnung bei Kaffee und Kuchen zu erkunden und den besonderen Charme des Gebäudes auf sich wirken zu lassen.

Das Haus der Begegnung blicke auf eine lange Geschichte zurück. Einst als Scheune und Geschäft genutzt, soll es künftig Raum für Begegnungen, Gespräche und gemeinschaftliche Aktivitäten bieten. Unter anderem finden hier die Krabbelgruppe, der Kirchenchor, die Kinderkirche und der Firmunterricht eine neue Heimat. Auch Lese- und Bibelabende sind geplant. „Das Haus muss wachsen. Ideen von außen sind jederzeit willkommen“, betont Brigitte Hauber, stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderats Stimpfach.

Rund 20 ehrenamtliche Helfer waren bei der Eröffnung im Einsatz, zu der etwa 120 Gäste erwartet wurden. Den Auftakt bildete der Gottesdienst mit Pfarrervikar Anthony Umeobika und dem Kirchenchor in der St.-Georg-Kirche. Anschließend wurde das Gebäude mit Weihwasser gesegnet. Danach standen die Türen für alle Interessierten offen.

Unter den Gästen waren neben zahlreichen Gemeindemitgliedern auch Dekanatsreferentin Utta Hahn, Dietmar Gabler als Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde sowie Bürgermeister Matthias Strobel.

Haus voller Leben

Bis zur Fertigstellung mussten einige Hürden überwunden werden. Nach dem Erwerb des Gebäudes galt es, behördliche Anforderungen, den Denkmalschutz und weitere Auflagen zu berücksichtigen. Im Herbst 2024 begannen die Bauarbeiten. „Schritt für Schritt nahm unser Haus Gestalt an. Heute können wir das Ergebnis sehen“, sagte Hauber stolz in ihrer Ansprache. Besonders freue sie sich über den direkten Zugang von der Kirche.

Möglich geworden sei das Vorhaben nur durch das Zusammenspiel vieler Beteiligter. Das Architektenpaar Andreas und Meike Graziadei übernahm die Planung, die Diözese erteilte die erforderliche Genehmigung. Zahlreiche Handwerker und Mitglieder des Bauausschusses packten mit an.

Doch für Hauber steht nicht allein das Gebäude im Mittelpunkt. „Ein Haus allein macht noch keine Begegnung. Es sind die Menschen, die es mit Leben füllen, offene Türen, herzliche Gespräche und die Gemeinschaft, die einen Ort zu etwas Besonderem machen.“ Ihr Wunsch sei es, dass das Haus mit Freude, Leben und Herzlichkeit gefüllt werde.


Besucher verfolgen im sanierten Haus der Begegnung in Stimpfach eine Bildpräsentation über den umfangreichen Umbau des historischen Gebäudes.

Gespannt verfolgten die Gäste die Bildpräsentation, die den aufwendigen Umbau des Gebäudes dokumentierte.

Auch Bürgermeister Matthias Strobel zeigte sich erfreut über die gelungene Umgestaltung. „Gerade in der heutigen Zeit ist es keineswegs selbstverständlich, ein solches Vorhaben zu verwirklichen. Umso schöner ist es, dass das historische Gemäuer neben der Kirche nun wieder sinnvoll genutzt wird und in neuem Glanz erstrahlt.“

Wie lebendig es im Haus bereits zugeht, zeigte sich im Obergeschoss. Dort versammelten sich rund 25 Kinder der Kinderkirche mit Martina Kunz vom Leitungsteam. „Unsere Kinderkirche findet alle vier bis sechs Wochen statt und wir sind heute das erste Mal hier“, berichtet sie. Auch künftig sollen die Treffen in den neuen Räumlichkeiten stattfinden.

Nach einem Kindergottesdienst wurde gemeinsam gebastelt. Für die Einweihung hatten sich die Kinder etwas Besonderes überlegt: einen Begegnungsbaum, dessen Blätter aus ihren Fingerabdrücken bestehen. „Das Bild steht dafür, dass sich alles verändert, aber Gott immer bei uns ist“, erklärt Kunz. Wie sich die Blätter im Herbst verfärben und im Frühjahr neues Leben entsteht, seien auch Menschen einem ständigen Wandel unterworfen. Im Gottesdienst überreichte Kunz das Gemeinschaftswerk feierlich.

Altes bewahren, Neues schaffen

Dekanatsreferentin Utta Hahn würdigte in ihrem Grußwort das Engagement aller Beteiligten. Der Erwerb, Umbau und die neue Bestimmung des Gebäudes seien von zahlreichen Entscheidungen und Herausforderungen geprägt gewesen. Um diese zu bewältigen, brauche es Zeit, Kraft und vor allem ehrenamtlichen Einsatz.

Ein Haus biete nicht nur Schutz, sondern stehe zugleich für Einladung und Gastfreundschaft. „Man muss viel Verantwortung teilen, um Begegnung zu ermöglichen“, betont Hahn. Dabei gelte es, Bewährtes zu erhalten und gleichzeitig offen für Veränderungen zu bleiben. Das Haus der Begegnung sei deshalb eine Investition in die Zukunft einer lebendigen Kirche in Stimpfach.

Wie aufwendig die Sanierung war, zeigte eine Bildpräsentation im Obergeschoss. Das einst als Kaufladen genutzte Gebäude war marode, Regenwasser drang ein und eine vollständige Entkernung war notwendig. Für das Architektenpaar Andreas und Meike Graziadei stellten die beschädigte Bausubstanz, die begrenzte Fläche und die historische Natursteinmauer der Kirche besondere Herausforderungen dar.

Dennoch gelang es, den historischen Charakter zu bewahren und gleichzeitig Raum für Neues zu schaffen. „Entstanden sind Räume für die Jüngsten bis zu den Ältesten der Gemeinde“, erklärt das Architektenpaar. Die getrennt nutzbaren Ebenen bieten Platz für gemeinsames Singen, Erzählen, Spielen und Diskutieren. „Für uns bedeutet Architektur, dem Leben einen passenden Rahmen zu geben“, betonen die beiden. Das Haus solle künftig für Offenheit, Gastfreundschaft und Gemeinschaft stehen.

Mit der Einweihung beginnt nun ein neues Kapitel für das historische Gebäude – als lebendiger Treffpunkt, an dem Menschen zusammenkommen und Gemeinschaft erleben.


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