Ausbildung mit Blick fürs Detail

Jannette Emmert hat ihre Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print bei der Köhnlein GmbH in Stimpfach abgeschlossen. Im September beginnt die nächste Auszubildende. Was den Beruf auszeichnet.

Jannette Emmert hat ihre Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print bei der Köhnlein GmbH in Stimpfach abgeschlossen. Im September beginnt die nächste Auszubildende. Was den Beruf auszeichnet.

Jannette Emmert (rechts) hat ihre Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print erfolgreich abgeschlossen. Besonders gerne organisiert sie Fotoshootings für den Katalog. Marketingleiterin Theresa Thiede setzt bei der Ausbildung vor allem auf Verständnis und Geduld.

„Ich war schon immer kreativ und habe mich viel mit Malen und Fotografieren beschäftigt“, erinnert sich Jannette Emmert. Bereits in der Grundschule gewann sie einen Malwettbewerb. Nach dem Technischen Gymnasium in Crailsheim mit Hauptfach Mediengestaltung entschied sich die 28-Jährige aus Weikersheim für eine Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print bei der Köhnlein GmbH in Stimpfach. „Ich wusste schon immer, dass ich einen kreativen Beruf ausüben möchte.“ Zwar wurde ihr während der Berufsorientierung auch der Beruf der Schreinerin vorgeschlagen, letztlich überzeugte sie die Vielseitigkeit der Mediengestaltung.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und kann verkürzt werden. Seit rund einem Jahr arbeitet Emmert als Gesellin. Besonders gerne organisiert sie im Bereich Arbeitskleidung Fotoshootings für den Fashionkatalog. Zu ihren Aufgaben gehören außerdem das interne Marketing, die Gestaltung von Werbemitteln, Pressearbeit sowie die Entwicklung von Katalogen und Kampagnen. Die Ausbildung selbst ist breit gefächert und gliedert sich in die Bereiche Digital und Print.

Die 28-Jährige fühlt sich im Printbereich zuhause. Dazu gehören Flyer, Kataloge, Tassen, Verpackungen oder Werbegeschenke. Der Digitalbereich umfasst dagegen die Gestaltung von Websites, den digitalen Unternehmensauftritt, HTML sowie die Programmierung. Im dritten Lehrjahr spezialisieren sich die Auszubildenden auf einen der beiden Bereiche. Eigeninitiative und die Bereitschaft zur Weiterbildung seien in dem Beruf willkommen. „Man kann sich viel selbst aneignen.“

Die Berufsschule ist in Heilbronn. Dort findet der Unterricht an eineinhalb Tagen in der Woche statt, bei anderen Schulen ist auch Blockunterricht möglich. Das Projekt „Festival der Schriften“ ist ihr aus der Berufsschulzeit in Erinnerung geblieben. Dabei gestaltete Emmert Magazine, Plakate, Flyer und Infografiken. Auf dem Stundenplan stehen außerdem Farbenlehre, Typografie, Layout, Bild- und Videobearbeitung, Fotografie, Papierkunde, Druck- und Veredelungsverfahren.

Viele Perspektiven

Nach der Ausbildung stehen Mediengestaltern zahlreiche Berufs- und Weiterbildungsmöglichkeiten offen – etwa in Werbeagenturen, Druckereien oder Fotostudios sowie zum Medienfachwirt, staatlich geprüften Techniker oder Industriemeister Printmedien. Emmert interessiert sich besonders für Videografie.

Im Beruf sind Kreativität, ein Gespür für Farben und Ästhetik sowie ein Blick fürs Detail gefragt. „Man sollte sehen, ob eine Schrift eher verspielt oder professionell wirkt und zum Thema passt.“ Ebenso wichtig seien Interesse an Gestaltung, Medienproduktion und IT sowie gute Englischkenntnisse. „Der Beruf lebt von Internationalität. Es werden viele Bereiche angeschnitten und keine Grenzen gesetzt.“

Innerhalb der Köhnlein GmbH spielt die Teamarbeit bei Projekten eine wichtige Rolle. Hier setzt das Unternehmen auf gemeinsames Brainstorming. „Wir sind alle Teamplayer“, sagt Marketingleiterin Theresa Thiede.

Thiede schloss 2010 selbst ihre Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print ab. Zuvor hatte sie den Beruf der Goldschmiedin erlernt. Seit Januar 2025 leitet sie die Marketingabteilung und absolviert noch in diesem Jahr den Ausbilderschein. In der Ausbildung setzt sie vor allem auf Geduld und einen offenen Austausch. „Die Auszubildenden sollen wissen, dass sie mit allem zu mir kommen können. Fehler gehören dazu. Sie können noch nicht alles wissen.“

Ausbildungsangebot

Im September startet die nächste Auszubildende als Mediengestalterin Digital und Print. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen an sieben Standorten 19 Auszubildende, davon elf am Hauptsitz in Stimpfach. Gegründet wurde das Unternehmen 1932 einst als Schreinerei. Heute produziert und vertreibt es Objekt-, Innen- und Haustüren.

Neben der klassischen Mediengestaltung können sich Auszubildende im Unternehmen auch auf den Bereich 3D-Konfiguration spezialisieren. Darüber hinaus werden Industriekaufleute, Kaufleute für Büromanagement, Fachinformatiker, Schreiner, Tischler, Holzmechaniker und Fachlageristen ausgebildet. Außerdem werden duale Studiengänge in den Bereichen BWL-Industrie und Holztechnik angeboten. Aktuell werden noch Auszubildende für die Berufe Schreiner, Industriekaufmann und Holzmechaniker gesucht.

Die Handwerkskammer Heilbronn-Franken informiert: Im Jahr 2025 befand sich eine Person im Landkreis Heilbronn in einer Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print. Im Landkreis Schwäbisch Hall, Hohenlohekreis sowie Main-Tauber-Kreis waren keine Auszubildenden vertreten.


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