Aus Liebe zu Pflanzen: Warum Gärtnerin ihr Traumberuf ist

Angelina Herrmann und Angelina Hauerstein haben dieses Jahr ihre Ausbildung zur Gärtnerin – Zierpflanzenbau bei der Gärtnerei Rüdenauer abgeschlossen. Warum es für sie keinen schöneren Beruf gibt.

Angelina Herrmann und Angelina Hauerstein beim Umtopfen einer Palme in der Gärtnerei Rüdenauer

Angelina Herrmann (links), Angelina Hauerstein und Simon Brand legen beim Umtopfen einer Palme tatkräftig Hand an. Brand gehört seit rund 20 Jahren zum Team der Gärtnerei.

„Man sieht die Entwicklung einer Pflanze von Anfang an – das fasziniert mich“, sagt Angelina Herrmann aus Gammesfeld. Ursprünglich interessierte sich die 19-Jährige für den Beruf der Floristin, entschied sich dann für die Ausbildung zur Gärtnerin mit Fachrichtung Zierpflanzenbau. Diese schloss sie im Juli bei der Gärtnerei Rüdenauer in Blaufelden erfolgreich ab und arbeitet jetzt als Gesellin in ihrem Ausbildungsbetrieb. Den theoretischen Teil absolvierte sie an der Berufsschule in Heilbronn, die praktische Gesellenprüfung fand in der Stadtgärtnerei Stuttgart statt. „Wichtig in diesem Beruf ist das Interesse an der Kulturführung von Pflanzen. Schon beim Topfen entscheidet sich, wie sie sich entwickelt – ob sie wächst und wie sie später aussieht.“

Die Begeisterung für Pflanzen begleitet sie seit ihrer Kindheit. Auch die Vielseitigkeit des Berufs gefällt ihr. „Am Ende des Tages sieht man, was man geschafft hat. Unser Team ist jung, offen und familiär.“ Besonders Spaß macht ihr der Kundenkontakt. „Man sollte offen, freundlich und lernbereit sein – gerade wegen der vielen botanischen Pflanzennamen.“

Jeder Tag abwechslungsreich

Zum Berufsalltag gehören neben Pflanzenpflege auch Kundenberatung, Bestellungen und Auslieferungen. Oft schicken Kunden Fotos ihrer Beete, um sich beraten zu lassen. In der Berufsschule standen neben Fächern wie Deutsch, Englisch sowie Gemeinschafts- und Wirtschaftskunde auch praktische Inhalte auf dem Plan. „Im Gewächshaus dort lernt man zum Beispiel Pflanzen zurückzuschneiden oder Stecklinge zu ziehen.“ Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre. „Ich lerne hier so viel, was ich auch zuhause anwenden kann. Es ist ein sehr abwechslungsreicher Beruf“, betont Herrmann. In ihrem großen Garten kann sie ihr Wissen direkt einsetzen.

Auch Mitgesellin Angelina Hauerstein hat ihre Ausbildung zur Gärtnerin in der Fachrichtung Zierpflanzenbau dieses Jahr erfolgreich abgeschlossen. „Ich finde es toll, dass die Pflanzen durch unsere Pflege wunderschön wachsen“, sagt die 22-Jährige. Wie Herrmann absolvierte auch sie vor ihrer Ausbildung ein Praktikum bei der Gärtnerei. „Ich kann den Beruf nur empfehlen. Manchmal ist es anstrengend, aber welcher Beruf ist das nicht? Es macht mir Spaß, meine Leidenschaft mit den Kunden zu teilen. Wenn ein Kunde glücklich geht, bin ich es auch.“ Dabei, so ergänzt sie, kämen viele Kunden ohnehin mit Freude in die Gärtnerei.

Der Beruf des Gärtners wird in sieben Fachrichtungen ausgebildet: Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau, Gemüsebau, Obstbau, Staudengärtnerei sowie Zierpflanzenbau. „Wobei wir alles machen“, sagt Inhaberin Gudrun Weiberle. Die 78-Jährige absolvierte selbst eine Ausbildung im Zierpflanzenbau. Die Gärtnerei besteht seit 1900. „Wir haben so einen schönen Beruf. Ich finde es schade, wenn Menschen sagen, Blumen machen nur Arbeit.“ Für sie schenken sie mentale Kraft: „Die Lebensqualität mit Pflanzen ist eine andere.“

Berufung: Gärtnerin

Die Gärtnerei bietet sowohl Produktion als auch Dienstleistungen an – darunter Friedhofsgärtnerei, Überwinterung von Kundenpflanzen und Innenraumbegrünung. Das Sortiment reicht von Schnittblumen, Beet- und Balkonpflanzen über Kräuter, Stauden und Sträucher bis hin zu Zimmerpflanzen und Zitrusfrüchten. Besonders Zimmerpflanzen seien bei jungen Männern gefragt. „Sie punkten damit gerne bei ihren Freundinnen – die Beratung macht besonders Spaß“, sagt Weiberle schmunzelnd. Im Mai werden die eingewinterten Pflanzen an die Kunden ausgeliefert, während gleichzeitig bereits die Produktion der Weihnachtssterne beginnt. Auch die Erde wird selbst hergestellt. „Das merkt man auch bei den Kräutern am Geschmack.“ Zum Sortiment gehören zudem besondere Raritäten wie Philodendron oder Alocasia. Beim Pflanzenschutz setzt die Gärtnerei auf Nützlinge statt Chemie. Darüber hinaus ist der Betrieb bei den Langenburger Gartentagen vertreten und veranstaltet eigene Markt- und Gartentage. „Die Menschen kommen hierher und fühlen sich wohl.“ Dazu trägt auch die besondere Atmosphäre bei: Neben Pflanzen gibt es in der Gärtnerei auch tierische Bewohner – darunter Wasser- und Landschildkröten, Igel, drei Katzen und sogar ein liebevoll gestaltetes Schmetterlingshaus.

25 Auszubildende

Der Ausbildungsberuf des Gärtners wird vom Regierungspräsidium Stuttgart betreut. Im Jahr 2025 absolvierten in den Landkreisen Schwäbisch Hall und Heilbronn sowie im Hohenlohe- und Main-Tauber-Kreis insgesamt 25 Personen eine Ausbildung zum Gärtner in der Fachrichtung Zierpflanzenbau.


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