Ausbildung zur technischen Produktdesignerin: Vom Entwurf zur Maschine

Lea Seibold absolvierte ihre Ausbildung zur technischen Produktdesignerin bei der R. WEISS Packaging GmbH & Co. KG in Crailsheim. Aus ihrer Hingabe fürs Zeichnen spezialisierte sie sich auf Maschinen.

Lea Seibold bei ihrer Ausbildung zur technischen Produktdesignerin in Crailsheim

Lea Seibold hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Ab September absolviert sie die Weiterbildung zur Maschinenbautechnikerin, um anschließend – wie ihr Ausbilder Michael Ulbig – als Konstrukteurin tätig zu sein.

Räumliches Vorstellungsvermögen, Kreativität, technisches Verständnis, logisches Denken und präzise Millimeterarbeit: Für Lea Seibold kam nie ein anderer Beruf als technische Produktdesignerin infrage. Die 21-Jährige aus Feuchtwangen hat ihre Ausbildung bei der R. WEISS Packaging GmbH & Co. KG erfolgreich abgeschlossen. Ab September besucht sie für zwei Jahre die Technikerschule in Crailsheim, um ihren Maschinenbautechniker in Vollzeit zu absolvieren. Mit ihrer Ausbildung hat sie dafür die ideale Grundlage geschaffen.

Regulär dauert die Ausbildung dreieinhalb Jahre – Seibold schloss sie bereits nach drei Jahren ab. Auf den Beruf aufmerksam wurde sie durch ihren Patenonkel. „Er ist Ingenieur und hat viel mit technischen Produktdesignern zu tun. Es hat mich einfach immer interessiert.“ Einen anderen Berufsweg habe sie sich nie vorstellen können.

„Man sollte gut in Mathe, Physik und Technik sein“, sagt die 21-Jährige. Bestätigt wurde ihr Berufswunsch durch mehrere Praktika. Zunächst sammelte sie Erfahrungen in anderen Unternehmen. „Ich wollte mich aber technisch auf Maschinen spezialisieren und habe mich letztendlich für R. Weiss entschieden.“

Präzision bis ins Detail

Neben guten PC-Kenntnissen sollten angehende technische Produktdesigner vor allem Lernbereitschaft und Interesse an fachspezifischen Programmen mitbringen. Sobald ihr Ausbilder Michael Ulbig als Konstrukteur ein 3D-Modell erstellt, entwickelt Seibold daraus die 2D-Zeichnungen für die Fertigung. „Maße und Oberflächenangaben müssen exakt stimmen.“ So entwarf sie unter anderem Seitenbänder, die Kartons durch eine Maschine führen. In ihrer praktischen Abschlussprüfung konstruierte sie ein Robotergreifwerkzeug für Baguettes und erstellte die 2D-Zeichnungen dafür.

Die Berufsschule besuchte sie im dualen System in Crailsheim. Dort stand der Umgang mit dem CAD-Programm, weiteren Anwendungen, Bemaßungen, der Aufbau technischer Zeichnungen, Volumenberechnungen sowie Themen wie Masse, Dichte und Werkstoffkunde auf dem Stundenplan.

Besonders gefallen hat ihr der Abteilungsdurchlauf. „Er findet in jedem Ausbildungsberuf statt, damit die Lehrlinge kennenlernen, woran ihre Kollegen arbeiten“, erklärt Ausbilder Michael Ulbig. So verbringen Industriemechaniker, Mechatroniker und Elektriker eine Zeit lang im Konstruktionsbüro, während Seibold Einblicke in die Werkstatt erhielt. Besonders die Montage hat ihr gefallen. „Die Kollegen dort waren sehr begeistert von ihr“, erzählt Ulbig mit einem Lachen.

Der 58-Jährige aus Satteldorf ist Konstrukteur und Maschinenbautechniker. Seiner heutigen Stellung ging eine Ausbildung zum Industriemechaniker voraus. Seit 14 Jahren arbeitet er bei der R. WEISS Packaging GmbH & Co. KG und bildet seit 2022 mit großer Leidenschaft aus. „Mein Vater war Ausbilder bei der Bahn. Ich durfte ihn gelegentlich begleiten und selbst ein bisschen mit anpacken. So bin ich in die technischen Berufe hineingerutscht.“

Als Ausbilder legt Ulbig Wert auf Pünktlichkeit, Sorgfalt, Präzision und selbstständiges Arbeiten. Gemeinsam mit einem zwölfköpfigen Team entwickelt er Verpackungsanlagen für unterschiedlichste Branchen. Besonders wichtig ist ihm dabei das Betriebsklima: „Wir schaffen alle gern miteinander.“

Ausbildung mit Zukunft

Neben technischen Produktdesignern bildet die R. WEISS Packaging GmbH & Co. KG auch Industriemechaniker, Mechatroniker, Elektroniker für Automatisierungstechnik, Fachinformatiker für Systemintegration und Anwendungsentwicklung sowie Industriekaufleute aus. Darüber hinaus bietet das Unternehmen duale Studiengänge in den Bereichen Bachelor of Engineering Maschinenbau – Konstruktion und Entwicklung, Wirtschaftsingenieurwesen mit internationalem Technischem Projektmanagement sowie Wirtschaftsingenieurwesen mit internationalem Technischem Vertriebsmanagement an.

Das Unternehmen entwickelt Verpackungsmaschinen und komplette Verpackungsanlagen für die Pharma-, Kosmetik-, Lebensmittel-, Süßwaren-, Chemie- und Non-Food-Industrie. Der 1990 gegründete Industriebetrieb ist international mit Standorten in Deutschland, Schweden, den USA, Kanada, Mexiko, China und Indien vertreten. In Crailsheim arbeiten rund 300 Beschäftigte, darunter 17 Auszubildende und dual Studierende. Wer mehr über die Ausbildungsberufe, den Arbeitsalltag und das Ausbildungskonzept erfahren möchte, findet auf Instagram unter @r.weiss_group weitere Einblicke.

Der Beruf des technischen Produktdesigners wird sowohl bei der Handwerkskammer Heilbronn-Franken als auch der Industrie- und Handelskammer geführt. 2025 befanden sich in der Region Heilbronn-Franken insgesamt 79 Personen in einer Ausbildung. Davon entfielen 23 auf den Landkreis Heilbronn, 29 auf den Landkreis Schwäbisch Hall, 14 auf den Hohenlohekreis und 13 auf den Main-Tauber-Kreis.


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