Im Vorbeifahren zum Traumberuf: Aidan wird Mechatroniker für Kältetechnik
Aidan Ringel aus Crailsheim macht eine Ausbildung zum Mechatroniker für Kälte-Technik KWE GmbH u. Co. KG in Gründelhardt. Auf den Beruf brachte den 16-Jährigen zufällig ein Werbeplakat.
Aidan Ringel (links) und sein Ausbilder Michael Ottenwälder
beladen das Fahrzeug für den nächsten Baustelleneinsatz. Der Auszubildende
verstaut dabei eine Kältemittelleitung aus Kupfer.
„Im Bus bin ich an einem Werbeplakat von KWE vorbeigefahren
und habe gesehen, dass sie Praktika anbieten. Für die Schule brauchte ich
ohnehin einen Praktikumsplatz“, erinnert sich Aidan Ringel aus Crailsheim.
Nachdem sich der 16-Jährige auf der Website über das Unternehmen informiert
hatte, absolvierte er dort sein Praktikum – und war überzeugt: „Das Team und
die Mitarbeiter haben einfach gepasst.“ Heute macht er bei der Kälte-Technik
KWE GmbH u. Co. KG in Gründelhardt eine Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik
und startete im September ins zweite Lehrjahr.
Die Berufsschule besucht der 16-Jährige im Blockunterricht in Leonberg. Für die Auszubildenden steht dort ein eigenes Wohnheim zur Verfügung. „Das ist ziemlich gut. Man kann dort viel machen, aber ich bin lieber im Betrieb“, erzählt er mit einem Schmunzeln.
Dass er einmal einen handwerklichen Beruf ergreifen würde, lag für Ringel nahe. Schon als Kind werkelte er gerne zu Hause und fertigte beispielsweise kleine Gegenstände aus Holz. Auch familiär ist das Handwerk fest verankert: „Mein Vater ist ebenfalls Handwerker und heute in der Feinwerkmechanik tätig. Man kann sagen, dass ich aus einer Handwerkerfamilie stamme.“
Im Betrieb startet sein Arbeitstag mit einer kurzen Besprechung. Danach wird das Fahrzeug beladen und auf der Baustelle geklärt, welche Arbeiten anstehen.
„Wir montieren Klimaanlagen oder größere Tiefkühlanlagen – eigentlich alles, was einen Kältekreislauf hat“, erklärt Ringel. Auch Wärmepumpen sowie Wartungs- und Reparaturarbeiten gehören zum Alltag. Zu den Kunden zählen unter anderem Industriebetriebe mit großen Anlagen.
„Man muss bereit sein, etwas zu lernen, motiviert sein und auch schwindelfrei sein“, sagt Ringel. Denn Hebebühnen und Arbeiten auf Dächern gehören durchaus zum Alltag. „Ich muss zugeben, dass ich am Anfang auch Höhenangst hatte. Mittlerweile ist das aber kein Problem mehr. Ich kann sicher auf Hebebühnen steigen.“
Zur dreieinhalbjährigen Ausbildung gehören neben der Berufsschule auch überbetriebliche Lehrgänge in Leonberg oder Maintal bei Frankfurt. Während in der Berufsschule Technik- und Werkstattunterricht auf dem Stundenplan stehen, liegt der Schwerpunkt der überbetrieblichen Ausbildung stärker auf der Praxis. „Einmal habe ich ein ganzes Brett mit Kälteleitungen versehen. Dabei muss man die Leitungen biegen und mit einem Autogenbrenner hartlöten“, erzählt der Auszubildende.
Vom Auszubildenden zum Meister
Auch Michael Ottenwälder startete mit einem Praktikum bei KWE. Der 34-jährige Techniker und Meister aus Weipershofen kennt den Betrieb seit seiner eigenen Ausbildung. Diese schloss er bereits 2011 bei KWE ab – und ist dem Unternehmen treu geblieben. 2015 folgte die Weiterbildung zum Meister in Leonberg. „Mein beruflicher Weg war eigentlich Zufall. Ursprünglich wollte ich in die Industrie“, erinnert sich Ottenwälder. Sein Onkel kannte damals den Betrieb und stellte den Kontakt her. Nach einem Praktikum entschied er sich schließlich für eine Ausbildung im Betrieb. „Den Meister habe ich gemacht, weil der Beruf einfach wahnsinnig interessant ist.“ Als er sich seinerzeit bewarb, hieß der Ausbildungsberuf noch Kälteanlagenbauer. Seit 2007 lautet die Berufsbezeichnung Mechatroniker für Kältetechnik.
Heute gibt der 34-Jährige sein Wissen an den Nachwuchs weiter. Als Ausbilder ist ihm vor allem wichtig, dass die jungen Menschen Motivation mitbringen, mitdenken und selbstständig erkennen, wo Arbeit anfällt. „Alles andere lernen sie bei uns.“
Zwischen Handwerk und Hightech
Gerade die enorme Bandbreite macht für ihn den Reiz des Berufs aus. Sie reicht von der klassischen Kältetechnik bis hin zur Elektrotechnik. Gleichzeitig gewinnt die Digitalisierung zunehmend an Bedeutung. „Auch die IT wird immer mehr. Wir arbeiten viel mit dem Laptop.“
Kältetechnik finde sich heute in zahlreichen Bereichen – entsprechend vielfältig seien auch die Einsatzorte. Dazu gehören neben den täglichen Einsätzen auch mehrtägige oder mitunter mehrwöchige Montagen innerhalb Deutschlands.
Die Kälte-Technik KWE GmbH u. Co. KG beschäftigt am Standort Gründelhardt rund 30 Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende im Handwerk. Das Unternehmen bildet Mechatroniker für Kältetechnik aus. Darüber hinaus bietet die Tochterfirma S/O Engineering Energie- und Gebäudetechnik Ausbildungsplätze für Technische Systemplaner an.
Sowohl der Hauptsitz von KWE als auch die Tochterfirma befinden sich in Gründelhardt. Zusätzlich unterhält das Unternehmen einen Standort in Stuttgart. KWE wurde 1991 gegründet. Zusammen beschäftigen die beiden Unternehmen heute rund 50 Mitarbeiter.
Nach Angaben der Handwerkskammer Heilbronn-Franken absolvierten im Jahr 2025 insgesamt 56 junge Menschen in der Region eine Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik. Davon entfielen 28 auf den Hohenlohekreis, 20 auf den Landkreis Heilbronn, fünf auf den Main-Tauber-Kreis und drei auf den Landkreis Schwäbisch Hall.
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